Wachse mit eigenen Projekten über dich hinaus

Wachse mit eigenen Projekten über dich hinaus
Ich finde, jeder sollte ab und zu Projekte durchführen. Sich freiwillig und selbstbestimmt auf etwas einzulassen und daran zu wachsen fördert die persönliche Entwicklung ungemein. Was ich genau damit meine, beschreibe ich in diesem Artikel.

Das Leben jenseits des Alltags

Ich habe bereits in mehreren Artikeln erwähnt, dass so etwas wie ein langweiliger Alltag nur möglich ist, wenn wir es zulassen. Wenn wir uns Mühe geben, achtsam und dankbar zu leben, entdecken wir jeden Tag die Schönheit des Daseins aufs Neue.

Alltag hat nichts mit einem 40–Stunden–Job zu tun. Es ist eine innere Einstellung. Oder vielleicht eher das Aufgeben einer inneren Einstellung. Es bedeutet, jeden Tag als bereits vorgelebt hinzunehmen und sich nicht zu bemühen, das Besondere zu erfahren.

Dabei läuft man leider Gefahr, zu vergessen, was eigentlich möglich ist. Jeder Tag ist besonders, jede Begegnung ist wertvoll und jede Stunde hat das Potential, dein Leben zu verändern. Ich denke, wir sollten Möglichkeiten finden, das zu spüren.

Die einfachste Möglichkeit, den Alltag von seiner Alltäglichkeit zu befreien, ist, ein sonntägliches Gemüt an den Tag zu legen.

– Ernst Ferstl

Ich sehe eine Möglichkeit darin, Besonderheiten umzusetzen. Persönliche Projekte, an denen wir wachsen. Das bedeutet, dass wir vollkommen bewusst mehr vom Leben erfahren wollen. Wir wollen neue Facetten kennenlernen und Grenzen überwinden. Das Beste ist, dass wir diese Möglichkeit einfach haben.

Was ist ein Projekt?

Ich verwende Projekt als Überbegriff für eine bewusste Handlung, die abseits des Tagesablaufs, in dem du dich freiwillig oder unfreiwillig befindest, passiert. Wir wollen also bewusst etwas Neues machen.

Projekte umzusetzen ist nicht nur aufregend, ich glaube, dass es uns auf persönlicher Basis stark weiterentwickelt. Wir werden uns mit Herausforderungen und Grenzen konfrontiert sehen und die einzige Möglichkeit, diese zu überwinden ist Hingabe und Leidenschaft.

Niemand zwingt dich zu deinem Projekt. Das bedeutet, dass all deine Handlungen aus freien Stücken und damit getrieben durch deine Motivation, Kreativität und Leidenschaft passieren. Das halte ich für einen großartigen Nährboden, etwas zu schaffen.

Seitenprojekte lassen uns auf vielen Ebenen spüren, dass wir leben. Vielleicht treten wir mit Menschen in Kontakt, die wir noch nicht kennen, oder lange nicht gesehen haben. Wir spüren, was es bedeutet, erfolgreich zu sein – und zwar in unserer ganz eigenen Definition von Erfolg.

Wie du von Seitenprojekten profitieren kannst

  • Freiwillige Projekte, die auf Leidenschaft basieren, zeigen uns, dass es mehr gibt als das, was wir als Alltag hinnehmen. Du zeigst dir selbst, dass dein Leben noch so viel mehr hergibt als einen Job, Einkäufe und den Haushalt. Du hast die Möglichkeit, Job, Einkäufe und Haushalt großartig zu machen, oder etwas ganz abseits davon zu schaffen.
  • Sie fordern uns auf – drängen uns geradezu – uns zu entwickeln. Wir wachsen mit unseren Aufgaben. In diesem Fall stellen wir die Aufgaben selbst, sie entstehen gewissermaßen durch etwas, das wir gerne tun. Ob Organisation, persönliche oder technische Fähigkeiten – wir müssen uns entwickeln.
  • Wir lernen, Eins und Eins zusammenzuzählen. Das bedeutet, dass du bemerken wirst, dass du dich durch dein Projekt auch in sämtlichen anderen Bereichen deines Lebens verändern wirst. Du spürst, dass alles verbunden ist. Diese neuen Fähigkeiten helfen dir vielleicht in deinem Job, neue Bekanntschaften bereichern deine Freizeit.
  • Es macht glücklich. Etwas zu schaffen und zu vollbringen löst eine Unzahl schöner Emotionen aus. Du schließt etwas ab, du eröffnest etwas, du machst etwas möglich, du erreichst etwas.
  • Es bringt dich in Kontakt mit anderen Menschen. Die wenigsten Projekte sind vollkommen eigenmächtig. Meistens muss der Kontakt zu anderen Menschen – oft zu noch fremden – hergestellt werden. Interessant dabei ist, dass es sich oft um Menschen handelt, die ungefähr dasselbe Interesse haben und bereit sind, ihre Zeit in dein Projekt zu investieren.
  • Es bringt dich in Kontakt mit dir selbst. Wenn alle der oben aufgezählten Punkte nicht zutreffen würden, dann würde sich ein Projekt schon alleine deshalb auszahlen. Du setzt dich nicht nur mit einem Projekt auseinander, sondern mit dir selbst. Wer bin ich und was möchte ich in meinem Leben tun? Was kann ich und wie kann ich es einsetzen? Was muss ich tun, um zu erreichen, was ich will? Das sind intensive Auseinandersetzungen mit sich selbst, die zu einer wunderbaren persönlichen Weiterentwicklung führen.

Wer sich selbst finden will, muss andere suchen.

– Elisabeth Lukas

Ideen für persönliche Projekte

Wenn du jetzt zwar Lust hast, etwas Eigenes auf die Beine zu stellen, aber keinen Einfall hast, worum es konkret gehen kann, möchte ich dir hier ein paar Beispiele nennen. Einige davon habe ich selbst, oder Menschen in meinem Umfeld schon umgesetzt und sehr davon profitiert.

  • Ein Möbel bauen. Sich als Nicht–Handwerker mit Handwerk auseinanderzusetzen eröffnet den Raum für unendlich viele Entwicklungsmöglichkeiten. Vielleicht sind Gespräche mit Tischlern notwendig, oder mit Bekannten, die in diesem Bereich Erfahrung haben. Möglicherweise möchtest du dich in eine Werkstatt einmieten oder die nötigen Werkzeuge ausborgen. Lass dich nicht abschrecken, nur weil du so etwas noch nie gemacht hast. Du kannst nur daran wachsen.
  • Ein Konzert veranstalten. Kaum etwas hat mich in meiner Jugend derart intensiv beeinflusst, wie die Konzerte, die ich mit guten Freunden veranstaltet habe. Hier sind Kompetenzen in sehr vielen Bereichen notwendig und am Ende wird das Produkt voller Stolz dem Publikum präsentiert. Ich kann sagen, da werden enorme Energien frei. Man muss kein Profi sein, um solche Erlebnisse möglich zu machen.
  • Eine Musikaufnahme produzieren. Seit ein paar Monaten läuft bei mir nebenbei das Projekt einer Studioaufnahme. Angefangen von der Idee und der Planung, über die Auswahl der Mitwirkenden bis zur eigentlichen Aufnahme. Ein solches Projekt kann unheimlich glücksspendend sein – vor allem, wenn man es mit den richtigen Menschen durchführt.
  • Ein großes Fest organisieren. Ein Fest muss nicht immer einen Grund haben. Feiern um des Feierns willen. Einige Freunde von mir organisieren Jahr für Jahr gut besuchte Feste für Freunde, Nachbarn und Bekannte. Die Getränkeeinnahmen spenden sie. Keine Frage – ein Fest zu organisieren ist anstrengend. Aber mit vielen großartigen Menschen zu feiern und am Ende des Tages einen beträchtlichen Betrag für eine gute Sache zu spenden ist den Aufwand sicher wert.
  • Reisen. Wie wäre es mit einer ausgedehnten Reise durch Europa? Oder Inselhopping in Griechenland? Ziehe doch in Betracht, nicht einfach Urlaub, sondern ein Projekt zu machen.
  • Ein Buch schreiben. Mein Handbuch »Ein Jahr für Veränderer« ist zwar nicht besonders umfangreich, hat mich aber definitiv ein ganzes Stück näher zu mir selbst gebracht. Nicht, weil mich jemand gezwungen hat, etwas zu schreiben, sondern weil ich es wollte.
  • An einem sportlichen Wettkampf teilnehmen. Ob alleine oder im Team mit Freunden, an einem sportlichen Wettkampf teilzunehmen ist immer eine besondere Situation. Es muss nicht um das Gewinnen gehen. Die Stimmung bei derartigen Veranstaltungen ist einfach enorm. Mit Freunden die Ziellinie zu überschreiten oder sich alleine oder gemeinsam lange Zeit auf etwas vorzubereiten ist großartig.

Hast du Projekte?

Jetzt weißt du, was ich meine, wenn ich von Projekten spreche. Höchste Zeit, selbst eines zu starten, oder? Hast du schon Projekte umgesetzt oder planst du in der nächsten Zeit eines? Nimm dir einen Moment Zeit um darüber nachzudenken, was du eigentlich davon lernen kannst. Ich freue mich, darüber in einem Kommentar zu hören.

Artikel von Dominik Radl



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