Wie du deinem inneren Stress ein Ende setzt: Praktiziere Dankbarkeit

Wie du deinem inneren Stress ein Ende setzt: Praktiziere Dankbarkeit
Es ist Jahresende. Die schönsten Ereignisse des Jahres stehen vor der Tür. Bald wird die Familie zusammenkommen, Geschenke werden ausgetauscht. Dann folgen einige Tage mit den liebsten Menschen und gutem Essen. Und dann beginnt ein neues, wundervolles Jahr. Warum zum Teufel bin ich also so furchtbar gestresst?

Ich kenne zwei weit verbreitete Wege, sich mental auf das Jahresende einzustellen.

1. »Endlich Weihnachtszeit. Dieses Jahr gibt es keinen Stress«

Der erste Weg ist der des sich darauf Freuens. Du nimmst dir vor, dieses Jahr sehr gelassen zu sein. Du willst deine Geschenke früh genug besorgen, um später keinen Stress zu haben. Am ersten Dezembertag wird die Weihnachtsplatte aufgelegt und die ersten Maroni im Geschäft gehören dir.

Die Deko ist überall angebracht, Einkaufslisten geschrieben und die ersten Amazon-Pakete trudeln ein. Das kann eine Zeit lang gut gehen.

2. »Weihnachtszeit? Ich habe doch nur noch zwei Monate Zeit!«

Der zweite Weg ist schon von Anfang an eher unangenehm: »Weihnachten wird eine Katastrophe! Was soll ich denn kochen? So viele Leute! Nur noch knappe zwei Monate Zeit!«

Tief im Inneren ist irgendwo das Gefühl begraben, dass es offenbar für alle Menschen etwas sehr Besonderes ist, wenn ein Jahr zu Ende geht.

Aber dieses Gefühl muss begraben werden – zu wenig Zeit, zu viel zu tun!

Meistens sieht es so aus:

Eines haben allerdings beide Wege gemeinsam: Irgendwann neigt sich der Dezember dem Ende zu. Freunde oder Kollegen fragen, wann den Zeit für eine Weihnachtsfeier sei. »Puh, naja, bei mir ist alles schon voll. Ich muss auch noch so viel vorbereiten«.

Nun beginnt sich ein unangenehmes Paradoxon zu manifestieren.

Einerseits zwingt man sich mit jedem weiteren Kasterl des Adventskalenders mehr Weihnachtsstimmung auf. Nach dem Motto »Irgendwann muss es ja funktionieren« wird die Musik noch etwas lauter gedreht. Noch mehr Geschenke werden gekauft und in möglichst vielen Kanälen wird veröffentlicht, wie schön die Weihnachtszeit doch ist.

Andererseits läuft die Zeit davon. To-Do Listen platzen aus allen Nähten, das Ersparte wird in Geschenkpapier investiert. Das mit dem Kochen wird ohnehin eine Katastrophe…

Der Gipfel des Weihnachtsstresses

Wenn erzwungene Glücksgefühle und tatsächlicher Stress aufeinandertreffen passieren seltsame Dinge:

  • Menschen sind unfreundlich während sie zugleich freundlich wirken wollen. Sie grinsen, sagen aber böse Dinge. Sie geben dem Obdachlosen, der das ganze Jahr über um die Ecke steht 50 Cent, ärgern sich aber, dass er sich keine Arbeit sucht.
  • Die wertvolle Zeit wird viel weniger mit wichtigen Menschen als mit unwichtigen Geschenken, in Einkaufszentren und Onlineshops verbracht. Das ist nicht der Sinn des Schenkens.
  • Weihnachtsgrüße werden zwar wahrgenommen, aber nicht mit »Vielen Dank, Ihnen auch eine schöne Zeit« sondern »Ja, naja, ruhig … aber Ihnen auch alles Gute« beantwortet.

Der Stress kann uns mal: Praktiziere Dankbarkeit

Es gibt einen Übung, die uns aus dem Paradoxon befreit. Sie kostet kein Geld. Sie kostet fast keine Zeit. Du brauchst absolut nichts dazu.

Lerne, Dankbarkeit zu praktizieren und geh gelassen auf das Jahresende zu. Die meisten Probleme und Stresserzeuger sind doch ohnehin hausgemacht.

Ein Geschenk wird nicht schöner, wenn mann es trotz des ganzen Stresses gekauft hat. Ein Abendessen wird nicht entspannter, wenn jeder davon erzählt, was alles fehlt und wie schwierig es war, all das möglich zu machen.

Die Vorbereitung

  1. Setz dich hin, sobald du diesen Artikel zu Ende gelesen hast. Wo auch immer du bist, setz dich hin und erlaube dir einen kurzen Moment des Nichtstuns.
  2. Atme tief durch die Nase in den Bauch ein. Atme durch die Nase wieder aus. Atme ruhig und tief weiter.
  3. Schließe die Augen und fühle, wie sich deine Lungen mit Luft füllen.
  4. Denke an etwas, wofür du in genau diesem Moment dankbar bist. Sprich es aus, ob innerlich oder äußerlich.
  5. Verinnerliche dieses Gefühl der bedingungslosen Dankbarkeit. Nimm es in dich auf und mach es zu einem Teil von dir.
  6. Öffne langsam die Augen und gönne dir noch einen Moment Ruhe.

Diese Erdung hat wahrscheinlich nicht länger als zwei Minuten gedauert. Wenn doch, dann hattest du sie wirklich dringend notwendig.

Die Übung

Du hast das Gefühl der Dankbarkeit verinnerlicht. Jetzt kannst du es abrufen, wann immer du es brauchst.

Wann du es brauchst, das musst du selbst wissen. Deshalb musst du etwas bewusster auf dich hören. Bemerke die Signale, die dein Körper dir schickt, wenn du gestresst bist:

  • Dein Puls steigt
  • Deine Körpertemperatur verändert sich
  • Du hängst an negativen Gedanken fest
  • Du wünscht jemandem etwas Böses
  • Du urteilst, obwohl es dir nicht zusteht

Du bist nicht der einzige Mensch, der gerade im Stress ist. Vielleicht ist die aktuelle Situation nur dadurch ausgelöst, dass andere Menschen in derselben Lage sind wie du.

Wenn du also bemerkst, dass dir dein Körper Warnsignale sendet praktiziere Dankbarkeit. Du weißt jetzt wie das geht. Das funktioniert überall. In der Öffentlichkeit ist es leichter, ein paar Schritte im Schnelldurchlauf zu machen:

  • Schließe für einen Moment die Augen und atme ruhig und tief durch die Nase in den Bauch.
  • Rufe das Gefühl der Dankbarkeit ab. Sei dankbar dafür, wofür du bei der Vorbereitung schon dankbar warst.
  • Sei dankbar, dass du in dieser Situation bist. Wenn diese Situation schwierig ist, wird sie dir helfen, dich als Mensch weiterzuentwickeln. Wenn jemand anderer an deiner Situation schuld ist, denk darüber nach, ob du ihm/ihr helfen kannst. Ist dir etwas passiert, denk darüber nach, ob es wirklich so schlimm ist, wie es in diesem Moment scheint. Selbst wenn der Braten verbrannt ist: Wird deine Familie deshalb wirklich böse auf dich sein? So ein Unfug, wahrscheinlich lacht ihr nächstes Jahr darüber.

Genieße die ruhige Zeit

Jetzt kannst du mit stressigen Situationen leichter umgehen und hast ein Werkzeug um deine Gefühle in positive Bahnen zu lenken.

Genieße diese Zeit. Sie ist für viele Menschen etwas sehr Besonderes. Akzeptiere die Eigenheiten aller Menschen und urteile nicht über sie. Du kennst deren Situation nicht und vielleicht haben sie noch nicht gelernt, Dankbarkeit zu praktizieren.

Hast du eine andere Übung, um mit Stresssituationen umzugehen? Hilft dir meine Anleitung weiter? Hat sie deine Weihnachtszeit vielleicht verbessert?

Schreib mir doch einen Kommentar und erzähl mir davon!

Artikel von Dominik Radl



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