Wenn du nicht weißt, wo du stehst – die 10.000-Meter–Methode

Wenn du nicht weißt, wo du stehst – die 10.000-Meter–Methode
Unangenehme Dinge passieren. Das müssen wir akzeptieren, wir werden es nicht vermeiden können. Was nicht passieren muss ist, dass wir durch unangenehme Ereignisse in einen negativen Gedankenkreis geraten.

Manchmal scheinen sich negative Ereignisse abzusprechen. Alles wartet darauf, dass es gerade gut läuft und dann fallen sie über uns her. Alle auf einmal, ohne Rücksicht.

Nun, wahrscheinlich ist es nicht wirklich so. Entweder, wir haben Pech und es passieren gerade wirklich viele Dinge zur gleichen Zeit, oder die Ereignisse beeinflussen sich gegenseitig.

Vielleicht ist es kein Zufall, dass du genau dann krank wirst, wenn du eine wichtige Präsentation hast. Du hast wochenlang daran gearbeitet und deinen Körper vernachlässigt.

Lass dich nicht gefangen halten

Egal, ob sich die Ereignisse gegenseitig beeinflussen, oder sie tatsächlich zufällig stattfinden – das Problem ist, dass wir oft in eine sehr destruktive Einstellung verfallen.

Wenige Rückschläge reichen aus, um unsere Motivation zunichte zu machen. Wenige Ereignisse reichen aus, dass wir irgendeine »Macht« dafür verantwortlich machen, dass nichts funktioniert.

Wir geraten schnell in diesen Strudel negativer Gedanken. Wir werden zynisch und nehmen unseren Wert nicht mehr wahr. Ich halte es für wichtig, zu unterscheiden, welchen Einfluss äußere Begebenheiten auf uns haben und welchen Einfluss wir selbst haben.

Äußere Einflüsse können kurzfristig unsere Emotionen und Gedanken verändern. Wir sind aber selbst dafür verantwortlich, wie wir mit diesen Einflüssen umgehen. Unsere innere Einstellung können wir selbst wählen und pflegen. Du musst dir dessen nur bewusst sein.

Wie kommt jemand anderes, oder eine Situation dazu, deine Gedanken und Gefühle zu dominieren? Welche Macht hat dieses Ereignis über dich, dass du unfreundlich zu deinen Mitmenschen wirst? Klar, wir dürfen uns ärgern und wir dürfen einen schlechten Tag haben. Aber wir dürfen diesen Einflüssen nicht die Kontrolle überlassen. Du kannst nach wie vor ein freundlicher, positiver Mensch sein.

Die 10.000-Meter-Methode

Oft sind wir so sehr mit diesen Situationen beschäftigt, dass wir das große Bild aus den Augen verlieren. Ich kenne dieses Verhalten, 24 Stunden am Tag über ein bestimmtes Thema nachzudenken. Dieses Grübeln erzeugt Scheuklappen. Ich bekomme nicht mehr objektiv mit, was um mich herum in Wirklichkeit passiert.

Deshalb nutze ich ab und zu eine Technik, die ich die 10.000-Meter-Methode nenne. Sie erlaubt es mir, die Dinge aus großer Entfernung zu sehen. Das ganze Bild sieht meistens anders aus, als unsere derzeitige, festgefahrene Situation.

Stell dir vor, du würdest dich 10.000 Meter weit aus deinem Leben katapultieren. Du schwebst also über deiner Situation. Du kannst auf einen Teil der Vergangenheit blicken, du siehst die Gegenwart und kannst eventuell ein paar wage Umrisse der Zukunft erkennen. Du nimmst aber auch wahr, dass die Zukunft sehr, sehr weit ist. Deine jetzige Situation ist also ein winziger Punkt zwischen deiner Vergangenheit und deiner Zukunft.

Wenn du dieses Bild vor Augen hast, bemerkst du, dass nicht dein ganzes Leben aus der jetzigen Situation besteht. Du hast schon eine Menge erreicht. Dein Leben spielt sich auf so vielen Ebenen ab. Und du siehst, dass es noch lange weitergehen wird.

Natürlich ist deine derzeitige Situation wichtig. Die Gegenwart ist das einzige, das du beeinflussen kannst. Aber diese 10.000-Meter-Methode nimmt der Situation ein wenig Gewicht. Mach dir ab und zu bewusst, dass du auf einer Reise bist und die Gegenwart eine Etappe dieser Reise ist.

Anstatt deine Zeit grübelnd zu verbringen, tu etwas. Bringe Dinge vorwärts, entwickle einen ungefähren Plan davon, was du erreichen möchtest und mit welchen Schritten du das kannst.

Manchmal hilft es auch, sich die Gedanken »von der Seele zu schreiben«. Versuche, ein Tagebuch zu führen. Wenn diese Gedanken, die sich ewig in deinem Kopf halten, einmal auf Papier gebannt sind, werden sie dich nicht mehr so stark beeinflussen.

Welche Methode benutzt du, um dich aus Gedankenkreisen zu befreien?

Hast du eine andere Methode entdeckt, um dich aus solchen Situationen zu befreien? Hilft dir vielleicht Sport, Meditation oder sprichst du mit Freunden darüber?

Lass dich nicht von Situationen gefangen halten. Wenn du in ein paar Jahren auf diese Etappe zurückblickst wirst du dich vielleicht wundern, wie dich ein so kleines Thema so sehr kontrollieren konnte.

Konzentriere dich auf deine Fortschritte, deine Freunde und Familie, darauf, jeden Tag großartig zu machen, deine innere Mitte zu finden und einen Lebensstil zu entwickeln, der mit deinen Werten übereinstimmt. Lass dich nicht von negativen und unproduktiven Gedanken gefangen halten, du kannst so viel Besseres mit deiner Energie anfangen.

Artikel von Dominik Radl



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