Das musst du zum Meditieren können

Das musst du zum Meditieren können
Meditation ist eine aufregende Sache. Oft denken wir an buddhistische Mönche, indische Yogis oder Hippies, die mit verschränkten Beinen stundenlang sitzen und die Erleuchtung erfahren. Was genau sie erfahren, wissen wir nicht, aber es muss großartig sein. Ich möchte mit dieser unklaren Einstellung aufräumen und dir zeigen, wie einfach die Meditationspraxis sein kann.

Lange Zeit wurde Meditation als esoterischer Hokuspokus abgetan, oder als so schwierig abgestempelt, dass es keinen Sinn macht, sich dem zu widmen. Die meisten von uns leben nicht in einem Kloster und haben keinen Guru, sondern haben Jobs, Familie und Verantwortung.

Seit geraumer Zeit beschäftigt sich die Forschung mit diesem Thema und hat nun erste Ergebnisse, die die Wirkung der Meditationsübung bestätigen. Erhöhte Konzentrationsfähigkeit und Entspannung bis hin zu einem verminderten Schlafbedürfnis und der Fähigkeit, bessere Entscheidungen zu treffen.

Wenn es so wirkungsvoll ist, zu meditieren, muss die Übung schwierig zu erlernen sein. Das habe ich früher auch gedacht. Es kann nicht reichen, sich hinzusetzen und die Augen zu schließen. Worauf konzentrieren sich die Yogis, Gurus und Mönche?

Die Fähigkeit zu meditieren

In Wahrheit musst du keine Fähigkeit und keine besonderen Techniken erlernen um meditieren zu können. Was genau jeder einzelne beim Meditieren denkt, weiß ich auch nicht. Es gibt natürlich verschiedene Arten der Meditation. Einmal wird ein Mantra gemurmelt, ein anderes mal liegt der Fokus im Herz.

Die wichtigste Erkenntnis ist, dass es bei der Meditation nicht darum geht, Gedanken auszuschalten. Es geht darum, sich von seinen Gedanken zu lösen und sich nicht mit ihnen zu identifizieren. Gedanken sind ein Produkt unseres Gehirns, Gedankenströme fließen die ganze Zeit.

Wenn wir versuchen, diese Ströme zu stoppen, werden wir wenig Erfolg haben. Leider können wir Gedanken nicht einfach so stoppen und später wieder aufnehmen. Die Übung besteht darin, die Gedanken zu akzeptieren, sie nicht zu bewerten, sondern sie einfach sein zu lassen.

Andy Puddicombe, Gründer von Headspace, veranschaulicht unsere Gedanken unter anderem so: Unsere Gedanken sind wie fließender Verkehr auf einer Straße. Wir können den einzelnen Gedanken hinterher jagen. Wie du dir vorstellen kannst, ist das keine sehr ratsame Taktik. Wir geraten in den Verkehr und werden von anderen Gedanken hin– und hergerissen.

Die zweite Möglichkeit ist, am Straßenrand zu stehen und den Verkehr zu beobachten. Wir sehen den Verkehr und sind uns bewusst, dass es auf der Straße sehr stressig zugeht, aber wir lassen uns nicht hineinziehen. Wir stehen am Straßenrand und lassen die Gedanken einfach kommen und gehen.

Der einfache Weg zur Meditation

Dass manche Menschen in eine wesentlich tiefere Meditation versinken können als wir bedeutet nicht, dass wir nicht die einfachste Version zu unseren Gunsten nutzen können. Nur weil jemand Liegestütze im Handstand kann heißt das nicht, dass normale Liegestütze kein Sport wären oder keinen Effekt auf uns hätten.

Das Wichtigste beim Meditieren ist, dass du es regelmäßig ausführst. Betrachte es als Übung. Du übst, deinen Gedanken keine Aufmerksamkeit zu schenken und sie ohne zu urteilen kommen und gehen zu lassen. Jeden Tag.

Du musst nicht Stunden in Ruhe sitzend verbringen, beginne mit fünf Minuten. Wenn dir das unangenehm ist, beginne mit zwei Minuten jeden Morgen. Du kannst dich von Woche zu Woche, oder alle paar Tage um eine Minute steigern.

Jetzt geht es los:

  1. Finde einen Ort, an dem du jeden Tag ungefähr um die selbe Zeit in Ruhe sitzen kannst. Es muss nicht totenstill sein, wir müssen auch lernen, Umgebungsgeräusche zu akzeptieren. Aber sorge dafür, dass du weder von elektronischen Geräten, noch von Menschen gestört wirst.
  2. Bring dich selbst in einen ruhigen Zustand. Sei dir bewusst, dass du eine Achtsamkeitsübung startest. Bewege dich geschmeidig und lege jede Hektik ab.
  3. Stell einen Timer auf die gewünschte Zeit und achte darauf, dass dich kein schriller Ton weckt, sondern ein ruhiger und angenehmer.
  4. Du kannst dich entweder mit verschränkten Beinen auf den Boden oder ein Kissen setzen (der Lotussitz ist kein Muss) oder auf einen Sessel mit den Füßen am Boden. Wichtig ist, dass deine Sitzposition angenehm ist, du nicht versinkst – wie zum Beispiel auf einer Matratze – und du eine aufrechte Körperhaltung beibehältst.
  5. Achte auf eine aufrechte Haltung und beginne, deinen ganzen restlichen Körper zu entspannen. Du kannst auch diese Übung nutzen, um deine Anspannungen zu lösen.
  6. Atme tief und bewusst durch die Nase ein und langsam wieder aus. Nach ein paar tiefen Atemzügen wechsle zu einer normalen, ruhigen Atmung.
  7. Achte auf deine Atmung und lass alle anderen Gedanken los. Du weißt, dass du deine Gedanken nicht abschalten kannst. Dein Kopf wird dich sofort mit unzähligen Gedanken bombardieren. Wenn du merkst, dass du abgelenkt wirst, führe deinen Fokus wieder sanft zu deinem Atem zurück. Lass Gedanken kommen und gehen. Urteile nicht darüber, wie schwierig es ist, seine Gedanken nicht zu beachten.
  8. Diese Übung wiederholst du die ganze Zeit über. Beschäftige dich nicht mit deinen Gedanken, sondern lass sie einfach kommen und gehen. Führe deinen Fokus immer wieder zurück zu deinem Atem.
  9. Wenn dein Timer deine Meditation beendet, spring nicht auf, sondern nimm dir noch ein paar Momente Zeit. Streck dich und beende die Meditation langsam und ruhig.

Du siehst, es gibt hier keine Zaubertricks und keine geheimen Techniken. Diese Übung wird bei regelmäßiger Ausführung dein Leben in kurzer Zeit verändern. Du wirst im Alltag bemerken, dass du dich nicht so leicht aus der Ruhe bringen lässt und dass du konzentrierter bist. Denk daran, dass das Wichtigste die tägliche Wiederholung ist.

Profi–Tipp: Nutze die Macht der Gewohnheit um die Meditation zu einer täglichen Übung zu machen. In meinem Handbuch »Ein Jahr für Veränderer« zeige ich dir unter anderem, wie du Gewohnheiten und Systeme kreierst und sie beibehältst. Trag dich unten in die E–Mail Liste ein und du erhältst das Handbuch sofort und kostenlos.

Was hältst du von Meditation?

Hast du die Meditationsübung schon in deinen Alltag integriert? Wie meditierst du? Erzähl mir, wie die Übung dein Leben verändert, indem du mir unten einen Kommentar schreibst.

Artikel von Dominik Radl



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