Vereinfache deinen Haushalt für weniger Stress im Alltag

Vereinfache deinen Haushalt für weniger Stress im Alltag
In vielen Bereichen lässt sich Stress nicht vermeiden. Im Beruf, bei neuen Projekten oder wenn eine große Veränderung im Leben stattfindet. Aber es gibt auch Bereiche im täglichen Leben, die uns nicht stressen sollten: Beziehungen, Freundschaften, tägliche Tätigkeiten wie Sport, das Kochen oder der Haushalt.

Es gibt einen Unterschied zwischen produktivem und destruktivem Stress. Produktiver Stress sorgt mit einem gewissen Nachdruck dafür, dass wir unsere Aufgaben rechtzeitig und mit der nötigen Ernsthaftigkeit erledigen. Destruktiver Stress löst ein starkes Unwohlsein in uns aus und verhindert, dass wir innerlich zur Ruhe kommen.

Leider kommt es bei den meisten von uns vor, dass wir uns in einer Art Alltagsstress befinden. Für mich ist es ein wesentlicher Teil des einfachen Lebens, diesen Alltagsstress zu verhindern. Deshalb versuche ich, das tägliche Leben so einfach wie möglich zu halten.

Ich fange beim Haushalt an. Es gibt hier sehr viele Bereiche, die sich deutlich vereinfachen lassen.

Kochen

Das tägliche Kochen ist für viele Menschen so stressig, dass sie es erst gar nicht versuchen. So kommt es, dass Fertiggerichte und der Lieferservice täglich am Speiseplan stehen. Du kannst dir denken, dass das weit von einer ausgewogenen Ernährung entfernt ist.

Kochen muss aber nicht bedeuten, jeden Tag kiloweise Gemüse schneiden zu müssen und dann dutzende Töpfe und Pfannen abwaschen zu müssen. Ja, so kann man natürlich kochen und ich halte es auch für sehr wichtig, sich Zeit für die Zubereitung seines Essens zu nehmen, aber wenn es dich im Alltag stresst, vereinfache das System.

  1. Mach einen Speiseplan.
  2. Kaufe alles auf einmal ein. Du musst die ganze restliche Woche nicht mehr einkaufen gehen.
  3. Koche abends genug für den nächsten Mittag. Dann musst du nicht mehrmals täglich kochen und musst in der Arbeit nichts bestellen.
  4. Halte deine Rezepte simpel. Wenige Zutaten reichen vollkommen.
  5. Tu dir nicht zu viel an. Für die tägliche Zubereitung muss das Gemüse nicht perfekt gewürfelt sein.
  6. Du kannst ruhig mehrmals das selbe essen. Entweder direkt in Folge oder jede Woche – du musst das Rad nicht immer neu erfinden.

Waschen & Bügeln

Das Waschen und Bügeln der Kleidung ist wohl eine der zeitaufwendigeren Aufgaben im Haushalt. Nicht bei mir. Genau diese Tätigkeiten, die uns stressen und die wir nicht gerne machen, müssen wir vereinfachen.

Ich habe einiges ausprobiert, um das Waschen und Bügeln zu vereinfachen. Vom normalen Waschmittel aus dem Supermarkt bis zu indischen Waschnüssen und Soda. Jetzt bin ich bei einem System angekommen, mit dem ich zufrieden bin.

In unserem Zwei-Personen-Haushalt waschen wir unsere Wäsche etwa alle zwei Wochen. Wir verwenden jetzt ein natürliches, biologisch abbaubares Waschmittel ohne Weichspüler oder irgendwelche Zusätze. Hier sind ein paar Punkte, wie wir unser System vereinfacht haben:

  1. Wir trennen kaum. Hell und dunkel ist unsere grobe Einteilung. Wir haben noch keine schlechten Erfahrungen damit gemacht.
  2. Wir waschen die gesamte Wäsche auf einmal. Das geht sich bei uns ungefähr alle zwei Wochen aus, aber das wird bei dir sicher abweichen. Die gesamte Wäsche bedeutet, dass wir nur einmal den Wäscheständer aufstellen müssen bis alles trocken ist.
  3. Nur bügeln, was unbedingt gebügelt werden muss. Das sind bei uns nur Hemden und Blusen.
  4. Wenn alles trocken ist, sofort zusammenlegen und in den Kleiderschrank. Lästige Zwischenschritte mit sauberer, aber nicht geordneter Wäsche fallen weg.

Mülltrennung

Den Müll nicht zu trennen, weil das zu aufwendig ist, ist eine faule Ausrede. Du musst nicht fünf verschiedene Behälter in der Küche stehen haben. Wir machen es so:

In der Küche haben wir den normalen Restmüll. Im Vorzimmer haben wir einen Korb, in den alles kommt, was getrennt wird: Papier, Dosen, Glas & Plastik.

Wenn dieser Korb voll ist, wird er grob in Mehrwegtragetaschen umgefüllt und wir bringen ihn weg. Die Mülltonnen sind bei uns glücklicherweise um die Ecke.

Das war’s. Mülltrennung supersimpel.

Putzen & aufräumen

Hier kann man sich einiges antun, muss man aber nicht. Der größte Schritt zur Sauberkeit ist meiner Meinung nach schon eine minimalistische Einstellung. Wenn nicht überall überflüssiger Kram herumsteht, fällt auch das Putzen wesentlich leichter.

Ich räume schon im Alltag immer das weg, was gerade herumliegt. So kommt es nie vor, dass wirklich viel zu tun ist. Dieses »Wegräumen wenn gerade etwas anfällt« nimmt fast keine Zeit in Anspruch und verhindert, dass ich irgendwann unzufrieden mit dem Zustand der Wohnung bin und mir dann Zeit nehmen muss, alles wegzuräumen.

Mit dem Putzen verhält es sich ähnlich. Die meisten Schritte kann man schon im Alltag machen. Zum Beispiel nach dem Essen das Geschirr in den Geschirrspüler zu räumen und alles, was zum Kochen notwendig war abzuwaschen. Am Schluss einmal die Arbeitsplatte abgewischt und fertig.

Unser kleiner Dyson–Staubsauger ermöglicht es uns, Schmutz, Staub oder Brösel sofort zu entfernen, wenn sie uns auffallen – also auch hier reinigen wir sehr bedarfsorientiert. Alle paar Tage wird der ganze Boden gesaugt, ab und zu Staub gewischt und je nach Bedarf wird das Bad und WC gereinigt.

Die Einstellung für einen vereinfachten Haushalt

Den Haushalt wesentlich zu vereinfachen ist eine Einstellungssache. Es ist nicht viel notwendig, um immer eine saubere, ordentliche Wohnung zu haben:

  1. Erledige kleine anfallende Aufgaben sofort. Dieser Schritt ist wichtig. Er vereinfacht den Haushalt enorm. Das bedeutet natürlich nicht, dass du den ganzen Tag mit suchendem Blick herumlaufen musst. In einem Eck hat sich Staub gebildet? Staubsauger nehmen und weg damit.
  2. Bringe nach dem Essen die Küche in Ordnung. Das gehört zum Essen dazu. Das verwendete Geschirr wird in den Geschirrspüler geräumt und alle verwendeten Töpfe und Pfannen abgewaschen. Zum Schluss noch die Arbeitsplatte abwischen und die Sache hat sich.
  3. Blitz–Aufräumen vor dem Schlafengehen. Bring schnell alles in Ordnung, bevor du schlafen gehst. Das dauert keine zwei Minuten und sorgt dafür, dass du jeden Tag in einer ordentlichen Umgebung aufwachst.
  4. Lass nichts »fast fertig«. Wenn die Wäsche trocken ist, räume sie gleich in den Kleiderschrank. Aufgaben, die beinahe fertig sind, brauchen meistens wesentlich länger um fertiggestellt zu werden, obwohl der letzte Schritt nur minimal ist. Fass dir ein Herz und bring zu Ende, was du angefangen hast.
  5. Halte alles einfach. Ja, man muss ab und zu reinigen. Das bedeutet aber nicht, dass man zehn verschiedene Putzmittel und ein Arsenal von Werkzeugen zuhause haben muss. Je einfacher du das ganze System hältst, desto einfacher ist es auch, den Haushalt in Ordnung zu halten.
  6. Erledige deine Aufgaben gerne. Der Haushalt muss ohnehin gemacht werden. Nutze diese Möglichkeit, Achtsamkeit zu üben. Fokussiere dich auf deine Tätigkeit und freue dich, dass du dein Leben um ein kleines Stück besser machst.

Wie hältst du deinen Haushalt in Ordnung?

Hast du einen noch einfacheren Haushalt? Übersehe ich etwas oder hast du eine ganze andere Technik, deinen Haushalt in Ordnung zu halten? Schreib mir einen Kommentar mit deinen Tipps, Fragen oder Anmerkungen.

Artikel von Dominik Radl



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