3 tägliche Praktiken für einen entspannten Tag

3 tägliche Praktiken für einen entspannten Tag
Ich lege viel Wert darauf, im Alltag entspannt zu sein. Das funktioniert aber nicht automatisch. Entspannung kann man üben und man kann sie unterstützen. In diesem Artikel erfährst du von meinen drei täglichen Praktiken, die einen entspannten Tag ermöglichen.

Chronisch unentspannt?

Zu Beginn möchte ich eine Sache klarstellen: Entspannung darf kein Luxusgut sein!

Wenn ich über einen entspannten Alltag spreche, höre ich oft Reaktionen wie: »Wie soll ich denn entspannt sein, wenn [Ausrede hier einsetzen]«. Wenn ich über Menschen spreche, die einen entspannten Alltag pflegen, höre ich oft Reaktionen wie: »Ja, der/die kann leicht entspannt sein, er/sie hat ja auch [Neidfaktor hier einsetzen]«.

Hier kommt eine wichtige Wahrheit: Entspannung kommt von innen. Sie hat kein Preisschild. Sie ist keiner sozialen Klasse vorbehalten. Entspannung ist überall und immer verfügbar. Du selbst entscheidest, ob du sie hereinlässt, oder nicht.

Entspannung kommt von innen. Sie hat kein Preisschild.

Kennst du das Gefühl, chronisch unentspannt zu sein? Wenn Ja, dann kannst du dich glücklich schätzen. Wenn du das Gefühl kennst, hast du die Möglichkeit, darauf zu reagieren, sobald du es erkennst.

Wie du darauf reagieren kannst, habe ich im Artikel »Versuch das, wenn du angespannt bist« beschrieben. Vielleicht hilft dir in dieser Situation auch der Artikel »Wie du deinem inneren Stress ein Ende setzt: Praktiziere Dankbarkeit«.

Aber warum ist unsere Ausgangssituation nicht die Entspannung? Anspannung oder Stress sollten doch die Ausnahme sein. Wahrscheinlich gibt es dafür unzählige Gründe und jeder Mensch hat seine eigenen. Wenn ich über mein Leben und die Menschen in meiner Nähe nachdenke, dann fallen mir folgende Faktoren ein:

  • Wir verschwenden zu viel Energie mit Tätigkeiten, die sich immer wiederholen. Darüber habe ich schon mehrmals geschrieben. Entscheidungen jeden Tag treffen zu müssen, kostet Energie. Roy F. Baumeister spricht davon, dass wir täglich nur eine begrenzte Anzahl vernünftiger Entscheidungen zur Verfügung haben. Diese müssen wir nicht mit Tätigkeiten wie der Kleiderwahl oder dem Frühstück verschwenden. Etabliere Gewohnheiten (in meinem kostenlosen Handbuch »Ein Jahr für Veränderer« erfährst du, wie das geht) und Routinen, die dir diese tägliche Anspannung abnehmen.
  • Wir lassen uns zu sehr von Ereignissen einnehmen, mit denen wir nicht gerechnet haben. Diese Ereignisse müssen gar nicht groß oder wichtig sein. Sobald sie unvorhergesehen in unser Leben treten, verabschiedet sich die Entspannung bei vielen von uns.
  • Wir nutzen die ersten Stunden des Tages nicht für einen Megastart. Das ist eine Praxis, die ich schon lange verfolge: Was am wichtigsten ist, erledige ich sofort. Ich weiß zum Beispiel, dass es für mich im Lauf des Tages immer schwieriger wird, ein Zeitfenster für das Training zu finden. Deshalb bevorzuge ich es, gleich morgens Sport zu machen. Nach dem Aufstehen meditiere ich und ich setze mir gleich meine Ziele für den Tag. Die ersten Stunden des Tages beeinflussen maßgeblich den restlichen Verlauf. Absehen davon fühlt es sich großartig an, morgens bereits den Grundstein für einen tollen Tag gelegt zu haben.
  • Wir füllen unsere Hirne, aber entladen sie nicht. Die Informationsflut an einem durchschnittlichen Tag ist enorm. Damit meine ich nicht nur die böse Werbung, die uns immer und überall mit Information bombardiert. Ich meine – und das bemerke ich gerade in meinem eigenen Leben sehr stark – die Informationsflut, der wir uns absichtlich aussetzen. Durch das Internet ist es so einfach geworden, etwas zu erfahren oder etwas zu lernen. Wir lesen Blogs, schauen Videos und Online–Kurse. Abseits des Internets lesen wir Bücher und Zeitungen. Wir unterhalten uns und diskutieren. Irgendwann braucht unser Hirn eine Zeit im Standby–Modus. Diese Aufgabe übernehmen Schlaf und Meditation. Wir sollten diese Tätigkeiten entsprechend pflegen.

Die Kunst des Ausruhens ist ein Teil der Kunst des Arbeitens.

– John Steinbeck

Ich versuche, jeden Morgen die Rutsche für einen entspannten Tag zu legen. Darauf lege ich großen Wert. Drei Praktiken, die mir dabei besonders helfen, möchte ich dir im Folgenden vorstellen:

1. Minimalistische Morgenroutine

Meine Morgenroutine ist für mich Gold wert. Durch diesen festgelegten Ablauf muss ich morgens keine Entscheidungen treffen und bringe mich direkt in den richtigen Modus für den Tag.

Wenn ich eine einzige Sache wählen müsste, die meinen Tag wesentlich entspannter macht, dann ist es diese Morgenroutine. Jeden Morgen mache ich etwas Aktivierendes, etwas Erdendes und etwas Kreatives. Dann kann der Tag beginnen. Ich muss mir darüber keine Gedanken machen, es funktioniert wie auf Autopilot.

Die wichtigsten Dinge habe ich so bereits erledigt: Ich habe Wasser getrunken, meditiert (also mein Gehirn entlastet), Kaffee zubereitet und getrunken und etwas Kreatives geschaffen. Jetzt kann ich voller Energie in den Tag starten. Das ist Entspannung für Körper und Geist.

2. Lesen

Ich lese jeden Tag ein paar Seiten eines Buches. Meistens kein Roman – zumindest zur Zeit nicht. Lesen ist das Letzte, was ich vor dem Schlafengehen mache. Dabei lasse ich alles hinter mir. Ich mache mich bereit für eine entspannende Nacht und lese so lange, bis ich direkt einschlafen kann.

Lesen stellt für mich den idealen Übergang vom aufregenden Tag zur entspannenden Nacht dar. Mein Atem wird ruhig und ich werde langsam immer müder. Währenddessen tauche ich in die Welt des Autors ein. Egal ob er über Minimalismus, japanische Gestaltungskonzepte, den Wald, Buddhismus oder neuartige Arbeitskonzepte schreibt.

Dieser Mensch hat sich intensiv mit einem Thema befasst und hat etwas darüber zu sagen. Ich lasse mich darauf ein und nehme Anteil an seiner Welt.

3. Vorausplanen

Das Vorausplanen gehört auch zur Kategorie »Hirn entladen«. Ich überlege mir, welche Schritte absolut notwendig sind, um mich in meinem Bestreben weiter zu bringen. Diese Schritte schreibe ich auf und erledige sie am nächsten Tag so früh wie möglich.

Das ist meine minimalistische Art der Produktivität. Diese kleine To–Do Liste entspannt mein Hirn. Ich schreibe nieder, was sich in meinem Kopf befindet und bringe es in eine konkrete Form. Damit ist das Thema auch abgeschlossen – ich muss nicht weiter darüber nachdenken, wie mein Tagesablauf oder meine Aufgabenplanung aussieht.

Das Führen von Tagebüchern ist eine Methode, die wieder an Beliebtheit gewinnt. Nämlich genau aus diesem Grund: Jeden Tag wird das niedergeschrieben, was sonst im Kopf herumschwirrt. Diese schwirrenden Gedanken schränken dein kreatives Denken ein. Ich habe selbst noch keine Erfahrung mit Journaling (das ist das neue Wort für Tagebuch führen) gemacht, aber ich denke, früher oder später werde ich es ausprobieren.

Wie sorgst du für einen entspannten Tag?

Diese drei Praktiken, die ich jeden Tag ausführe, geben jedem Tag das Potential, ein entspannter Tag zu werden. Natürlich ist das nicht der heilige Gral. Ich arbeite trotzdem an meinem Verhalten und meinen Reaktionen, um Entspannung möglich zu machen.

Hast du dir spezielle Techniken oder Routinen angeeignet, um deinen Tag entspannt zu machen? Erzähle mir doch in einem Kommentar oder auf Facebook davon.

Wenn du mehr über die angesprochenen Themen erfahren möchtest, empfehle ich dir, die Artikel über Entspannung von Steffen Kirchner und Maike Sbresny zu lesen. Außerdem erfährst du in den Artikeln von Katharina Tanimura und Markus Spitzli mehr über das Tagebuchschreiben.

Artikel von Dominik Radl



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