Versuch das, wenn du angespannt bist

Versuch das, wenn du angespannt bist
Kennst du das? Du bist aus irgendeinem Grund angespannt und plötzlich scheint nichts mehr zu funktionieren. Wenn ich angespannt bin, fallen mir Dinge zu Boden, ich treffe falsche Entscheidungen und fühle mich nicht gut. Ab und zu angespannt zu sein ist völlig normal, es geht allen anderen auch so. Aber es fühlt sich nicht gut an, deshalb möchte ich dir eine schnelle Übung zeigen, um deine Anspannung zu lösen.

Die verengende Spirale

Wir alle sind hin und wieder angespannt. Der Auslöser ist oft ganz klein. Zum Beispiel, wenn dir früh morgens verschlafen dein Handy aus der Hand fällt. Oder wenn du dich mit Kaffee anschüttest. Solche Dinge passieren einfach.

Es ist nicht unsere Aufgabe, solche Situationen zu vermeiden. Das ist auch gar nicht möglich. Unsere Aufgabe ist es, mit diesen Situationen umgehen zu lernen.

Anspannung wirkt sich sehr ungut auf unser Verhalten aus. Wir treffen voreingenommen Entscheidungen und werden unachtsam in unserem Verhalten. Das führt oft zu einer Verkettung von Ereignissen, die wir am Ende des Tages möglicherweise als einen »schlechten Tag« abtun.

Oft kann diese Verkettung verhindert werden, indem wir Anspannung früh genug erkennen und lösen.

Wenn die Anspannung gerade erst beginnt

Wenn du achtsam durch den Tag gehst, wirst du vielleicht früh bemerken, dass deine Anspannung steigt, wenn du dich mit Kaffee anschüttest, oder wenn du den Bus verpasst. Du bemerkst, dass dein Atem schneller wird, deine Gedanken negativ werden und dein Körper beginnt, sich anzuspannen.

Halte kurz inne und versuche folgendes:

  1. Schließe deine Augen
  2. Achte auf deinen Atem
  3. Atme durch die Nase bewusst tief ein und fühle, wie sich deine Lungen mit Luft füllen. Halte diesen Zustand kurz und atme wieder aus.
  4. Zähle deine Atemzüge. Zähle nur bis 10 und beginn dann von neuem.
  5. Sei dir bewusst, dass du gerade dein Befinden verbessert hast. Darauf darfst du ruhig stolz sein, du ersparst dir und möglicherweise einigen anderen Menschen negative Erlebnisse.

Jetzt solltest du wieder in einem angenehmen, ausgeglichenen Zustand sein. Freu dich darüber, wie gut es dir geht und lass andere Menschen an deiner Freude teilhaben – möglicherweise löst du damit die Anspannung anderer Menschen.

Wenn du schon angespannt bist

Wenn du das Gefühl hast, dieser Tag ist schlecht und kann nur noch schlechter werden, wenn dich alle Menschen und Geräusche um dich nerven und deine Gedanken durchwegs negativ sind, dann bist du möglicherweise schon sehr angespannt.

Anspannung äußert im gesamten Körper. Alle Muskeln, vor allem die ganz kleinen, spannen sich an und sorgen für ein unflexibles Dasein. Das bemerkst nicht nur du, sondern alle Menschen, mit denen du zu tun hast. Es ist schlichtweg ein Zustand, der nicht zum Verweilen einlädt.

Höchste Zeit, die Anspannung zu lösen:

  1. Achte auf dein Gesicht. Scanne im Geist deinen Kopf von oben bis unten durch. Wie fühlt sich deine Stirn an? Ist sie angespannt? Erzeugt sie Falten? Lass los und werde geschmeidig. Was machen deine Augen? Presst du sie zusammen, oder hältst du sie ganz locker, ohne großen Aufwand. Angespannte Augen sorgen für einen strengen Blick – Menschen reagieren ganz anders auf dich, wenn dein Blick grundsätzlich streng ist. Entspann deine Augen und die Gegend um deine Augen, lass alles ganz locker. Wie fühlen sich deine Wangen an? Die Wangen hochzuziehen erfordert deiner Gesichtsmuskulatur viel Energie ab, weswegen du zunehmend verkrampfter wirst. Achte auf deine Nase und deinen Mund. Du musst nicht grinsen, als würde etwas nicht stimmen – lass einfach los. Entspanne dein Gesicht von der Stirn bis zum Kinn.
  2. Achte auf deine Hände. Die Hände sind ein zweites deutliches Anzeichen für Anspannung. Bilden deine Hände instinktiv Fäuste? Pressen deine Finger fest auf den Tisch oder deinen Oberschenkel? Bewegen sich deine Finger hastig oder tippen sie ruhelos? Öffne deine Hände und mach sie locker. Meine Hände sind im entspannten Zustand nicht ganz geöffnet, sondern bilden eine leichte Schüssel. Deshalb behalte ich diesen Zustand bei.
  3. Achte auf deinen Atem. Wie in der ersten Übung kannst du jetzt deine Aufmerksamkeit auf deinen Atem richten. Achte darauf, ob du flach und schnell atmest. Bemerkst du überhaupt, dass du atmest? Richte kurz deine Aufmerksamkeit auf deinen Atem, atme tief ein und zähle eine Zeit lang deine Atemzüge.
  4. Achte auf deine Körpersprache. In welcher Position befindest du dich gerade? Sind deine Arme verschränkt, oder deine Beine überschlagen? Löse kurz alles und bleib in einem entspannten Zustand. Niemand zwingt dich, deine Hände auf die Tischplatte zu legen und deine Füße parallel auf dem Boden stehen zu haben. Sorge nur kurz für einen Zustand absoluter Entspannung. Danach weiß dein Körper schon, wie er sich zu verhalten hat.

Was jetzt?

Wenn du die Übung gemacht hast, versuche, nicht weiter darüber nachzudenken. Wenn du jetzt versuchst, möglichst entspannt dazusitzen und deinen Mund nicht zu verändern, wirst du möglicherweise verkrampfter aussehen als zuvor. Lass jetzt einfach alles sein und denk nicht weiter darüber nach.

Du bist du bewusst geworden, dass du angespannt warst und hast deine Anspannung erfolgreich gelöst. Du kannst stolz auf dich sein und die Menschen in deiner Umgebung mit deiner ausgeglichenen Art beglücken.

Denk an diese Übung, wenn du das nächste Mal bemerkst, dass dein Gesicht, deine Hände oder dein ganzer Körper angespannt werden. Menschen, die eine entspannte Ausstrahlung haben, werden auch offener von anderen Menschen empfangen.

Hast du eine andere Technik, um deine Anspannung zu lösen? Woran bemerkst du, dass du angespannt bist? Schreib mir deine Erfahrungen und Tipps als Kommentar unter den Artikel. Ich freue mich auf deinen Kommentar!

Artikel von Dominik Radl



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