Wie du Säfte und Limonaden durch Wasser ersetzt – obwohl du Wasser nicht magst

Wie du Säfte und Limonaden durch Wasser ersetzt – obwohl du Wasser nicht magst
Ich trinke hauptsächlich Wasser, Kaffee und Tee. Das habe ich mir vor einiger Zeit angewöhnt und ich bin glücklich damit. Ich genieße jeden Schluck dieser Getränke. Aber wie ist es möglich, als Limonadentrinker auf Wasser umzusteigen? Dabei möchte ich dir helfen.

Warum du Säfte und Limonaden vermeiden solltest

Den besten Ruf haben Säfte und Limonaden ja nicht. Aber sind sie wirklich so schlecht für uns? Ich möchte dir einige Punkte nennen, warum ich sie für ungesund halte und es notwendig finde, sie größtenteils durch Wasser zu ersetzen.

  • Säfte haben viel Zucker. Ok, das war offensichtlich. Viel Zucker bedeutet viele Kalorien. Immer wieder tauchen Bilder mit Vergleichen zwischen Cola und Würfelzucker auf. Aber ich meine nicht nur Cola, sondern auch Fruchtsäfte. Orangensaft und Cola haben nämlich fast gleich viele Kalorien. Flüssige Kalorien werden vom Körper als so gut wie nicht sättigend empfunden. Das bedeutet, dass du durch Säfte nicht nur deinen Durst schlecht stillst, sondern auch noch hungrig davon wirst.
  • Zuckerfreie Limonaden beinhalten künstliche Süßstoffe. Diese werden in Zusammenhang mit Diabetes und dem metabolischen Syndrom (Gefährliches Zusammenspiel von abdomineller Fettleibigkeit, Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörung & Insulinresistenz – die häufigste Ursache für Herz–Kreislauferkrankungen) gebracht.
  • Limonaden werden in Verbindung mit Schwächung der Knochen und Zähne gebracht. Wer will das schon?
  • Die braune Färbung von Cola ist gefährlich. Die braune Farbe entsteht durch einen Sirup, der Zuckercouleur genannt wird, und dieser wird in der festgestellten Konzentration als krebserregend betrachtet.
  • Studien zeigen, dass sog. »Diät«-Limonaden dicker machen als herkömmliche Limonaden.
  • Limonaden übersäuern den Körper. Durch die Gärung, die bei der Zufuhr von viel Zucker stattfindet, entstehen Säuren – das gilt übrigens auch für Süßigkeiten, Kuchen und dergleichen.
  • Diät-Limonaden machen Guster auf Süßigkeiten. Das liegt daran, dass der Körper durch den süßen Geschmack Fruktose (Zucker) erwartet, aber nicht bekommt. Er möchte den Zucker aber trotzdem haben und reagiert mit dem Verlangen nach Süßem.
  • Limonaden und Säfte sind ein sehr teures Alltagsgetränk. Das tägliche Trinken von Fruchtsäften und Limonaden kann sich pro Person schnell auf einige Hundert Euro jährlich summieren.

Ok, das war hart. Das war es auch schon mit der grausamen Wahrheit. Für mich ist das Thema klar – wir sollten den Konsum von Limonaden und Säften reduzieren, oder ganz vermeiden. Ich weiß, dass das viele Menschen auch wollen, aber sich selbst nicht in der Lage dazu sehen.

Aber ich mag kein Wasser

Du denkst du magst kein Wasser? Wasser ist so vielseitig – probiere einmal folgende Tipps um Wasser für dich aufregender zu machen.

  • Beginne mit Sodawasser oder Mineralwasser. Prickelndes Wasser ist Limonaden ähnlicher als stilles Wasser. Sodawasser lässt sich auch zuhause, zum Beispiel mit Geräten wie SodaStream, herstellen. Damit vermeidest du auf jeden Fall einige Schlepperei und du reduzierst deinen Plastikmüll deutlich.
  • Gib dem Wasser Geschmack. Gib einfach ein paar tiefgekühlte Früchte, ein Stück Ingwer, Minze, Zitronensaft oder ein Stück Gurke in dein Wasser oder Sodawasser. So kannst du großartige Getränke entwickeln und dich langsam vom starken Geschmack der Limonaden entwöhnen.
  • Stell deinen eigenen Eistee her. Das geht ganz einfach. Wenn du Schwarztee verwendest, beinhaltet dein Eistee auch Koffein. Damit sorgst du für einen langsameren Übergang zwischen koffeinhaltigen Limonaden und Wasser. Für einen großartigen Eistee musst du nur eine Kanne Tee kochen, ein bisschen Honig oder Agavensirup (oder Stevia), Minze und Zitrone hinzufügen und auskühlen lassen.
  • Lerne den Geschmack von Wasser kennen. Wasser schmeckt aus jeder Leitung ein bisschen anders. Es schmeckt auch aus jedem Gefäß anders und mit jeder Temperatur. Probier dich durch die verschiedenen Möglichkeiten und entdecke Wasser neu.

Säfte und Limonaden durch Wasser ersetzen

Jetzt geht es daran, Säfte und Limonaden zu reduzieren und langsam durch Wasser zu ersetzen. Das geht in den meisten Fällen nicht von heute auf morgen. Achte darauf, nachhaltige Veränderungen zu machen und nicht nur die Limonaden zu reduzieren, sondern auch das Verlangen danach.

Hier sind ein paar Tipps, wie du mit verschiedenen Techniken deinen Saftverbrauch reduzieren und deinen Wassergenuss erhöhen kannst.

  • Strecke Säfte mit Wasser. Beginne damit, den Geschmack der Säfte leichter zu machen. Damit gewöhnst du dir an, dass Getränke nicht extrem süß sein müssen. Außerdem löschen Getränke mit einem höheren Wasseranteil deinen Durst besser – halber Saft bedeutet halber Zucker.
  • Verbanne alle Säfte und Limonaden aus deinem Haus. Ich schlage vor, sie direkt runterzuspülen. Sie sind bereits gekauft, das Geld ist ausgegeben – warum also dir oder jemand anderem körperlich schaden? Wenn du alle Vorräte entfernt hast, kannst du einen neuen Umgang mit den Getränken lernen. Nur weil du die Säfte zuhause nicht mehr lagerst heißt das nicht, dass du nie wieder welche trinken darfst.
  • Genieße die Getränke zu speziellen Anlässen. Du kannst dir vornehmen nur dann eine Limonade zu trinken, wenn du auswärts isst (außer du isst jeden Tag auswärts). Oder du hebst dir den Samstagabend dafür auf. Oder du genießt ein Glas Cola zum gemeinsamen Mittagessen am Sonntag. Sorge dafür, dass Limonaden und Säfte kein Alltagsgetränk mehr sind.
  • Beginne mit einem Glas Wasser täglich. Trinke nach dem Aufstehen sofort ein Glas frisches Wasser. Nach einiger Zeit nimm ein Glas Wasser vor dem Mittagessen dazu. So kannst du dich Woche für Woche langsam steigern.
  • Trink ein Glas Wasser vor jeder Limonade. Wenn du das Gefühl hast, Limonade trinken zu wollen, trink zuerst ein Glas Wasser und nimm dir dann ein Glas Limonade. Dein akuter Durst (sofern es Durst und nicht nur Langeweile war) ist mit dem Glas Wasser gestillt und du kannst die Limonade langsam und genussvoll trinken und sie nicht in dich hinein schütten.
  • Schreib dir das Ausmaß deiner Limonaden und Säfte auf. Beobachte eine Woche lang, wieviel Saft und wieviele Limonaden du trinkst. Rechne am Ende der Woche zusammen, wieviele Liter das waren, wie vielen Packungen/Flaschen das entspricht und wie viel das gekostet hat. Damit entwickelst du ein Bewusstsein für deinen Verbrauch.
  • Geh All-In. Mach eine Art Challenge und trink von heute auf morgen eine bestimmte Zeit lang ausschließlich Wasser. Das mag nicht das Richtige für jede Person sein. Einigen Menschen kann es aber helfen, nach dieser Zeit den übertriebenen Geschmack von Säften festzustellen und so die Lust zu dämmen.
  • Du musst nicht ganz aufhören. All diese Tipps sollen nicht zum Zweck haben, dich für immer und ewig von Säften und Limonaden fernzuhalten. Aber sie sollen auch nicht bezwecken, dass du ein Monat lang Wasser trinkst und dann wieder auf Limonaden umsteigst. Finde ein gesundes Verhältnis. Natürlich ist es in Ordnung, ab und zu ein Glas Cola zu trinken – es muss aber nicht jeden Tag sein.

Habe ich etwas Wichtiges vergessen?

Trinkst du Säfte und Limonaden als Alltagsgetränk? Bist du schon auf Wasser umgestiegen oder hast du es vor? Hast du vielleicht Tipps, wie man noch leichter auf Wasser umsteigen kann? Bitte schreib mir deine Erfahrungen in die Kommentare und hilf anderen Lesern dabei, ihre Gewohnheiten zu verändern.

Artikel von Dominik Radl