Wenn du nicht weiter weißt

Wenn du nicht weiter weißt
Wir alle haben unsere Ziele. Wir wollen in unseren Leben etwas erreichen und haben uns für vieles einen groben Plan zurechtgelegt. Doch aus meiner Erfahrung weiß ich, dass man manchmal an einen Punkt gerät an dem man ansteht. Wie geht es jetzt weiter?

Wenn wir ein neues Ziel definieren, egal in welchem Bereich, sind wir meistens euphorisch. Die Motivation ist am Höhepunkt und es ist aufregend, sich auszumalen, wie wir dieses Ziel erreichen können.

Ich bemerke allerdings, dass ich sich irgendwann zweifelnde Gedanken einstellen. Ich frage mich, wie ich all diese Schritte zum Ziel machen soll. Was mache ich da eigentlich? Ist das sinnvoll? Sollte ich vielleicht besser etwas anderes tun?

Vielleicht kennst du diese Situation aus den unterschiedlichsten Bereichen:

  • Du willst dich gesünder ernähren. Du weißt, dass es dir gut tut und hast einen Plan, wie du das schaffen möchtest. Du möchtest nur noch biologisch und so regional wie möglich einkaufen. Du möchtest auf verarbeitete Lebensmittel verzichten. Du möchtest statt Säften Wasser trinken. Irgendwann stehst du allerdings an. Du fragst dich, wie es jetzt weiter geht. Die Schritte zum Ziel verschwimmen, der Weg ist so weit.
  • Du willst ausmisten. Du hast den Artikel darüber auf supersimpel gelesen und bemerkst, dass du einiges hast, was du loswerden willst. Du bist in Gedanken bei all den Kästen, Laden und Räumen, die voller Kram sind. Und dann passiert – nichts. Wo soll ich denn anfangen? Wie funktioniert willhaben überhaupt? Wo ist die nächste Müllsammelstelle?
  • Du willst fit werden. Im Fitnesscenter hast du dich schon angemeldet. Du hast dir auch schon ein neues Outfit gekauft und ein paar unterschiedliche Workouts gemacht. Aber im Großen und Ganzen bist du nicht so wirklich zufrieden. Der Weg zum Traumkörper ist so weit. Nach einem Kilometer laufen bist du außer Atem und der Bauch wird nicht wirklich kleiner. Warum mache ich das überhaupt?
  • Du willst meditieren. Du hast von all den Vorteilen gehört, die die regelmäßige Meditation bringen soll. Du möchtest Achtsamkeit in dein Leben integrieren. Deshalb setzt du dich morgens hin und meditierst. Nach spätestens zehn Sekunden erinnert dich dein unruhiger Geist daran, dass du verrückt bist. Sitzen? Was soll das bringen? Ich spüre ja gar nichts. Das soll mich zu einem besseren Menschen machen?
  • Du willst deine Arbeit verändern. Du würdest gerne etwas Neues starten oder deine aktuelle Situation verändern. Du kennst dein Ziel und hast schon ein paar Schritte in die richtige Richtung gemacht. Aber vielleicht wäre es einfacher, alles so zu lassen wie es ist. Woher weiß ich, dass ich es schaffe? Was ist, wenn ich es nicht schaffe? Der Weg ist so weit.

Ich denke, dass diese Gedanken ganz normal sind und dass die meisten Menschen sie in irgendeiner Form einmal haben. Ich kenne die meisten vorher angesprochenen Situationen aus eigener Erfahrung.

Du hast zwei Möglichkeiten

Wenn ich in einer solchen Situation bin, mache ich mir folgendes bewusst: Ich habe in diesem Moment genau zwei Möglichkeiten.

Einerseits kann ich versuchen, Ablenkung von diesen zweifelnden Gedanken zu finden. Das führt oft zu irrationalem Konsum, schlechter Ernährung und übermäßigem Genuss von Fernsehen, Videospielen oder sozialen Netzwerken. Damit nicht genug, ich schiebe die zweifelnden Gedanken damit nur auf.

Wenn ich mich das nächste Mal mit dem Thema beschäftige, werden sie wieder da sein und mich daran erinnern, wie schwierig der Weg ist.

Ich bevorzuge die zweite Möglichkeit: Gehe den nächsten Schritt in die richtige Richtung – jetzt. Das ist alles, was ich gerade tun kann und es bringt mich weiter. Wir sind oft von dem großen, komplexen Bild, das unser Leben darstellt, so sehr überfordert, dass wir vergessen, dass jedes Bild Strich für Strich gemalt wird.

Gehe den nächsten Schritt in die richtige Richtung

Mach dir bewusst, wo du gerade stehst. Und dann überlege dir, welchen Schritt du jetzt von hier aus tun kannst. Gehe diesen Schritt und genieße ihn. Danach wirst du wissen, dass du einen kleinen Schritt näher an deinem Ziel bist, du stehst nicht still.

  • Du willst dich gesünder ernähren. Du wirst trotzdem nicht die Einkäufe für das gesamte nächste Jahr gleich erledigen können und dann auch alle Speisen kochen. Der nächste Schritt ist deine nächste Mahlzeit zu einer gesunden Mahlzeit zu machen. Das ist alles, was du jetzt gerade tun kannst um einen Fortschritt zu erzielen.
  • Du willst ausmisten. Wahrscheinlich gibt es tausende Dinge, die du loswerden könntest und dutzende Orte, an denen du ausmisten kannst. Wenn du dich überfordert fühlst und nicht weißt, was du jetzt tun sollst, mach einen Schritt in die richtige Richtung. Nimm dir eine Lade vor oder werde ein einziges Produkt los.
  • Du willst fit werden. Es gibt unendlich viele Trainingspläne und –strategien. Alle zusammen bringen dich nicht weiter, wenn du überfordert bist und nichts tust. Mach den nächsten Schritt: Vielleicht ist der nächste Schritt ein Workout im Fitnesscenter, vielleicht aber auch 20 Liegestütze jetzt sofort auf der Stelle.
  • Du willst meditieren. Darüber nachzudenken, ob dich das Meditieren besser, schlauer oder ruhiger macht bewirkt genau das Gegenteil. Der nächste Schritt ist, dich für zehn Minuten hinzusetzen und deine ganze Aufmerksamkeit auf deinen Atem zu richten. Wenn die Aufmerksamkeit schwindet, führe sie sanft zurück.
  • Du willst deine Arbeit verändern. Du wirst nicht wissen, ob dein Vorhaben erfolgreich ist, bis du es gemacht hast. Selbst wenn du scheinbar scheiterst, wirst du um einige wertvolle Erfahrungen reicher sein. Also führt kein Weg daran vorbei, dir den nächsten Schritt zu suchen und ihn zu gehen: Setze eine Website auf, sprich mit einem Steuerberater über dein Vorhaben oder nimm Kontakt zu Menschen auf, die dir dabei helfen können.

Auch eine schwere Tür hat nur einen kleinen Schlüssel nötig.

– Charles Dickens

Später wirst du dich darüber freuen

Für dich mag der nächste Schritt winzig und unbedeutend wirken. Vielleicht macht dieser Schritt in ein paar Jahren aber genau den Unterschied aus, ob dein Vorhaben jetzt nicht mehr existent oder erfolgreich ist.

Wenn du irgendwann zurückblickst und dich fragst, was dazu geführt hat, dass du so weit gekommen bist, dann wirst du dich über diesen Schritt freuen. Deshalb empfehle ich dir, den nächsten Schritt so sehr zu genießen, als wäre er das einzige, was zwischen deinem jetzigen Zustand und deinem Ziel steht – das ist er nämlich auch.

Wie sieht dein nächster Schritt aus?

Wie gehst du damit um, wenn du einmal anstehst? Hast du vielleicht deinen ganz eigenen Weg, aus einer solchen Situation herauszukommen?

Hinterlasse einen Kommentar unter diesem Artikel und erzähle mir von deinen Erfahrungen mit diesem Thema.

Artikel von Dominik Radl