3 Tipps für einen energiegeladenen Morgen (und wie ich alles Wichtige vor 8 Uhr erledige)

3 Tipps für einen energiegeladenen Morgen (und wie ich alles Wichtige vor 8 Uhr erledige)
Ich erledige Dinge, die mir wichtig sind, gerne so früh wie möglich am Tag. Das bedeutet, dass ich jede Woche dreimal Sport mache, zumindest einen Artikel schreibe, täglich meditiere, Frühstück esse und frischen Kaffee zubereite – vor 8 Uhr morgens.

Ich liebe all diese Tätigkeiten, sie bereichern mein Leben und geben mir Energie für den ganzen Tag. Aber die Wahrheit ist, dass sie unter den Tisch fallen würden, wenn ich sie nicht gleich morgens erledigen würde.

So sehr ich das alles genieße – untertags finde ich einfach keine Zeit dazu. Ich habe es ausprobiert und bemerkt, dass ich während des Tages selten eine Stunde Zeit finde, um Sport zu machen. Ich will, dass mich nichts und niemand von diesen Gewohnheiten abhalten kann, deshalb lege ich sie in ein Zeitfenster, das im Normalfall niemand beansprucht.

Prioritäten setzen

Natürlich ist auch die Zeit morgens begrenzt. Ich könnte zwar auch früher als 6 Uhr aufstehen, aber hier kommt die Frage der Prioritäten ins Spiel. Früher aufzustehen bedeutet (zumindest langfristig gesehen), früher zu schlafen.

Also stelle ich die Wertigkeiten gegenüber: Ist mir eine halbstündige Laufeinheit wichtig genug, um dafür jeden Tag um 22 Uhr ins Bett zu gehen? Oder überwiegt die halbe Stunde Abends, die vielleicht gerade der Ausklang nach einem guten Abendessen ist?

Würde ich mich auf einen wichtigen Lauf vorbereiten, wären die Prioritäten anders, aber so nutze ich lieber den Schlaf und laufe abends oder am Wochenende.

Mein Training, die Meditation und die Artikel sind mir definitiv wichtig genug, um dafür früher schlafen zu gehen. Sie bringen Energie und Kraft in mein Leben, die ich nicht missen möchte.

Eine weitere Frage der Prioritäten ist der zeitliche Aufwand, meiner morgendlichen Tätigkeiten. Ich verbringe gerne eine Stunde beim Training und meditiere gerne eine Viertelstunde lang. Ich schreibe gerne eine Stunde lang an einem Artikel, aber ich möchte keine Zeit aufwenden, um ein Outfit auszusuchen, die richtige Straßenbahn zu nehmen oder ein Frühstück zuzubereiten.

Ich trage jeden Tag ungefähr das Gleiche, was die Dauer des Anziehens auf etwa anderthalb Minuten reduziert. Ich esse auch immer ungefähr das Gleiche, was mir täglich die Entscheidung abnimmt. Und ich weiß immer, wann ich außer Haus gehen muss – diese Planung fällt also auch weg.

Wenn ich alles morgens schon erledigt habe, starte ich zentriert und energiegeladen in den Tag. Ich möchte nicht Teil der schlecht gelaunten Menschenmenge in der Straßenbahn sein. Ich sehe die grimmigen Menschen, die todmüde sind, weil sie erst vor 30 Minuten aufgewacht sind und bin froh, dass mein Tag schon großartig war.

Ungeliebte Tätigkeiten achtsam ausführen

Morgens alles Wichtige zu erledigen bedeutet, sich einen Teil des Tages zu Nutze zu machen, an den die meisten Menschen nicht einmal denken wollen. Auch das hat für mich etwas mit Achtsamkeit zu tun.

Zen–Mönche verbringen einen fixen Teil jedes Tages damit, den Boden zu kehren und das Geschirr abzuwaschen. Sie üben diese ungeliebten Tätigkeiten mit voller Präsenz und Hingabe aus. Sie denken an nichts anderes, als das Geschirr abzuwaschen und machen es dadurch zu etwas Besonderem.

Dieses Verhalten ist mir besonders in Tokio aufgefallen. Als Besucher hatte ich das Gefühl, die arbeitenden Menschen dort würden so etwas wie ungeliebte oder unwichtige Tätigkeiten nicht kennen. Jede Aufgabe – und sei es das Herauswinken aus Parkplätzen – wurde mit Hingabe und Präsenz ausgeführt.

Versuche es doch einmal selbst: Finde etwas, das dich und deine Mitmenschen Tag für Tag stört und mache einfach etwas Großartiges daraus. Du willst nicht jeden Tag lange im Zug sitzen? Dann hol dir ein richtig gutes Buch, das du lesen kannst oder höre einen Podcast. Du musst jeden Tag weit zu Fuß gehen? Suche dir ein grooviges Lied, das zu deiner Schrittfrequenz passt und feiere den Weg richtig ab (zum Beispiel so).

Meine 3 Tipps für guten Schlaf und einen energiegeladenen Morgen

Um die wichtigen Dinge früh erledigen zu können, musst du wohl etwas früher aufstehen. Mir reicht es, um 6 Uhr aufzustehen. Für viele Menschen ist aber schon das viel zu früh. Deshalb sind hier meine drei Tipps, wie du es schaffst, morgens energiegeladen und nicht endlos verschlafen zu sein:

  1. Stehe jeden Tag um dieselbe Zeit auf. Egal, ob du früh etwas zu tun hast, oder nicht. Versuche jeden Tag um dieselbe Zeit aufzustehen. Dein Körper wird sich sehr bald an die Uhrzeit gewöhnen und von selbst aufwachen. Ich muss zugeben, dass ich am Wochenende nicht immer so früh aufstehe. Aber ich bemerke, dass ich meistens um 6 Uhr von selbst aufwache, kurz zu mir komme und dann weiterschlafe. Versuche also zumindest unter der Woche, jeden Tag um dieselbe Zeit aufzustehen – du wirst bald bemerken, dass du von selbst aufwachst.
  2. Berechne deinen Schlaf in 90 Minuten Blöcken. Wir berechnen unseren Schlaf meistens in Stunden – 8 Schlaf sind optimal, heißt es oft. Was allerdings die aktuelle Schlafforschung zeigt ist, dass wir in Schlafzyklen von jeweils 90 Minuten schlafen. Jeder Zyklus beginnt mit leichtem Schlaf und entwickelt sich hin zum Tiefschlaf, bevor er gegen Ende wieder leichter wird. Wenn wir nun also die empfohlenen 8 Stunden schlafen, befinden wir uns mehr oder weniger mitten im sechsten Schlafzyklus und steuern geradewegs auf den Tiefschlaf zu. Da fällt das Aufwachen nicht sehr leicht. Versuche doch einfach einmal, in 90-Minuten-Zyklen zu rechnen und schlafe 6 Stunden, 7,5 Stunden oder 9 Stunden (wenn du wirklich viel Schlaf brauchst) lang.
  3. Pflege Routinen rund um den Schlaf. Was wir unmittelbar vor und nach dem Schlaf machen, beeinflusst unsere Schlafqualität und den Energielevel für den nächsten Tag enorm. Über meine minimalistische Morgenroutine habe ich schon einmal geschrieben. Aber genauso wichtig ist eine entsprechende Abendroutine. Um entspannt und schnell in den Schlaf eintauchen zu können, sollten wir ein angenehmes Umfeld schaffen. Das bedeutet, dass wir vor dem Zubettgehen in keine Displays (kühles, künstliches Licht ist der Feind des guten Schlafs) mehr starren sollten, das Schlafzimmer lüften und kühlen sollten und vielleicht ein bisschen lesen sollten. Dabei werden wir angenehm müde und gleiten in einen entspannten Schlaf.

Mit diesen Tipps sollte es dir möglich sein, morgens voller Energie das zu erledigen, was dir am wichtigsten ist. Respektiere die Nachtruhe und investiere in eine hohe Schlafqualität, denn nur so kannst du jeden Tag voll und ganz da sein.

Pflegst du andere Rituale oder hast für dich etwas herausgefunden, das deinen Morgen so richtig großartig macht? Das will ich unbedingt wissen – schreibe mir doch einen Kommentar mit deinen ganz persönlichen Ritualen und Tipps.

Artikel von Dominik Radl