3 Wege wie Minimalismus täglich mein Leben verbessert

3 Wege wie Minimalismus täglich mein Leben verbessert
Minimalismus ist kein Lebensstil, zu dem man sich eines Tages entscheidet und dessen Vorteile man von nun an genießt. Für mich ist Minimalismus eine Reise, deren Ziel unwichtig ist. Die Einstellung, sich täglich zu verändern. Konventionelles zu hinterfragen, sich Routinen bewusst zu machen. Ich möchte dir zeigen, wie Minimalismus mein Leben jeden Tag besser macht.

Sich täglich zu verändern bedeutet nicht, jeden Tag eine andere Frisur zu tragen, oder ständig neue Freunde finden zu müssen oder jede Woche eine neue Musikrichtung zu entdecken.

Es bedeutet lernen zu wollen. Ich will lernen, was mich wirklich glücklich macht. Und diese Umstände will ich so weit es mir möglich ist in mein tägliches Leben integrieren.

Ich habe für mich herausgefunden, dass ich am besten lernen kann was mich glücklich macht, wenn ich alles Überflüssige weg lasse.

Dieses Werkzeug nenne ich Minimalismus.

Nun möchte ich 5 Wege aufzeigen, wie dieser Weg mein Leben jeden Tag verbessert:

1. Wertschätzung von scheinbar Alltäglichem

Jeden Morgen nach dem Aufstehen bereite ich mir als Erstes eine Tasse Kaffee zu. Spätestens beim Aufgießen des gemahlenen Kaffees mit heißem Wasser erfahre ich meinen ersten Glücksmoment – unabhängig von der Dunkelheit, dem Wetter und den Nachrichten. Jeden einzelnen Morgen.

Ich könnte auch jeden Tag als Erstes die Nachrichten lesen, das Wetter checken, meine E-Mails abfragen oder den Fernseher aufdrehen. Das meiste bleibt mir über kurz oder lang ohnehin nicht erspart. Aber dieser kurze Moment der Wertschätzung versetzt mich in einen angenehmen Modus, der hoffentlich meinen restlichen Tag bestimmt.

Vielleicht kommt dir das bekannt vor, hat aber nichts mit Kaffee zu tun. Vielleicht macht dich frisch gekochter Tee, ein paar Seiten aus einem Buch, eine kurze Meditation oder die absolute Stille glücklich.

Minimalismus ist für mich zu lernen, alltägliches wertzuschätzen, ohne darüber zu urteilen.

2. Mehr Zeit für Schönes

Es passiert mir oft, dass ich mich in Tätigkeiten verliere, die meine Zeit stehlen.

Ich schaue nicht viel fern, dafür Videos auf YouTube. Da wird aus einem Video, das ich mir gerne ansehen wollte zwei. Aber die Vorschläge sind so passend, dass ich mir noch eines ansehe. Und noch eines. Eine halbe Stunde in YouTube Videos gerechnet ist so ziemlich schnell um.

Ich zwinge mich nicht dazu überhaupt keine Ablenkungen zuzulassen, aber ich will feststellen können, was meinem Leben Wert gibt und was nicht.

Und dann widme ich den Großteil meiner Energie den Dingen, die meinem Leben Wert geben und die mich glücklich machen.

Ein Telefonat mit einem Freund kann schon eine Zeit dauern, aber wenn es mich glücklich macht, ist es jede Sekunde wert. Ein Telefonat mit einer Service-Hotline kann auch eine Zeit dauern, macht mich aber definitiv nicht glücklich.

Deshalb versuche ich meine Zeit effektiv einzusetzen. Es muss getan werden, was getan werden muss – aber auch nicht mehr.

3. Mehr Glück durch weniger Entscheidungen

Ich trage immer ungefähr die gleiche Kleidung. Zwar bin ich noch nicht bei grauen T-Shirts und Jeans angelangt, wie es Mark Zuckerberg oder Leo Babauta vormachen, aber ich habe ein stark begrenztes Arsenal.

Der Vorteil daran ist, dass ich mich nicht damit aufhalte, mir etwas zusammenzustellen, mit dem ich dann ohnehin nicht vollends zufrieden bin.

Zum Anziehen brauche nicht länger als 3 Minuten. Und ich habe ausnahmslos immer etwas an, das mir gut gefällt. Alle Kleidungsstücke harmonieren farblich und ich besitze nur Lieblingsstücke. Damit bleibt mein Kopf frei für wichtigeres.

Studien zeigen, dass die Anzahl an gut überlegten Entscheidungen an einem Tag begrenzt ist. Müssen wir zu viele Entscheidungen treffen, ist die Reserve vor dem Ende des Tages aufgebraucht. Der Sozialpsychologe Roy F. Baumeister begründete den Begriff »Decision Fatigue«.

Ich nutze Minimalismus als Werkzeug, Entscheidungen zu minimieren und meine Energie auf Nützliches und Schönes zu konzentrieren.

Verbesserst du dein Leben?

Wie du vielleicht bemerkst sind die beschriebenen Wege nicht reaktiv. Sie sind proaktiv. Das bedeutet, dass ich mich einfach darauf ausruhen kann, zu sagen ich lebe simpel, also wird mein Leben besser.

Minimalismus, Einfachheit und Reduktion sind Werkzeuge, die ich nutze um mein Leben selbst zu beeinflussen. Von selbst passiert nichts, ich arbeite daran.

Ich würde mich freuen, wenn du mir in den Kommentaren kurz erzählen würdest, wie du herausfindest, was dich glücklich macht und welche Maßnahmen du setzt um das zu erreichen.

Hast du die selben positiven Erfahrungen mit der Reduktion von Entscheidungen, der besseren Nutzung deiner Zeit und der Wertschätzung des (scheinbar) Alltäglichen gemacht?

Artikel von Dominik Radl