5 Tipps für die tägliche Meditation

5 Tipps für die tägliche Meditation
Jeden Tag zu meditieren ist für mich ein unheimlich wichtiges Werkzeug zur persönlichen Entwicklung. Es zentriert und stabilisiert mich. Aber nicht nur das, Meditation ist auch noch eine sehr angenehme Praxis. Hier sind ein paar Tipps, die dir dabei helfen sollen, diese Gewohnheit zu entwickeln.

Wenn du noch nie meditiert hast, oder wenig Erfahrung damit hast, kann es sich seltsam anfühlen, sich hinzusetzen und auf sich alleine gestellt zu sein. Anfangs ist es vielleicht sogar eher ein unangenehmes Gefühl. Keine Sorge, das geht schnell weg. Du wirst bemerken, wie sich dein Geist auf diesen Fokus einstellt.

Meditation scheint ein Thema zu sein, bei dem es am einen Ende des Spektrums keine Regeln gibt und am anderen Ende umso striktere. Ich glaube, egal wo wir uns im Spektrum befinden, wir können nur davon profitieren.

In der Zen–Meditation habe ich relativ strenge Vorschriften erfahren. Die Sitzposition ist genau einzuhalten und körperlichen Impulsen ist nicht nachzugeben. Ich habe diese Erfahrung ein Wenig im Artikel »10 Dinge, die mich eine chinesische Teezeremonie über das Leben gelehrt hat« beschrieben.

Zur Meditation gekommen bin ich eigentlich über Sahaj Marg, also Raja Yoga. Dort haben wir überhaupt nicht am Boden sitzend meditiert, sondern ganz einfach auf einem Sessel. Einige hatten ihre Hände auf den Oberschenkeln, andere haben die Hände gefaltet.

Zuhause praktiziere ich eine Meditation, die gewissermaßen eine gesunde Mischung aus beiden ist. Ich sitze auf einem Meditationskissen, entzünde hin und wieder ein indisches Räucherstäbchen oder eine Kerze und habe die Hände mit den Handflächen nach oben aufeinanderliegend in meinem Schoß.

Du siehst, hier scheint nichts in Stein gemeißelt. Falls du dir schwer tust, die Praxis der Meditation zu entwickeln, habe ich hier ein paar Tipps für dich, die dir dabei helfen können:

1. Fang klein an

Bei der Meditation ist die Qualität wesentlich wichtiger als die Quantität. Ich habe davon gehört, dass eine bis zwei Minuten der intensiven Meditation unverhältnismäßig großen Nutzen bringen. Allerdings kann es schon einmal sein, dass man eine halbe Stunde oder länger sitzt, um eine Minute dieses meditativen Zustands zu erfahren.

Du kannst diese Praxis als Training für deinen Geist sehen. Würdest du laufen oder Krafttraining machen, würdest du auch nicht mit der vollen Distanz oder einer Menge Gewicht beginnen.

Also beginne ruhig mit einer Meditation von zwei Minuten. Bleibe so lange bei dieser Dauer, bis es sich gut anfühlt und du den Fokus nicht verlierst. Du wirst bemerken, wann du soweit bist, die Zeit zu steigern. Bleibe bei kleinen Schritten und erhöhe die Dauer jede Woche um eine oder zwei Minuten.

2. Mach dir weniger Gedanken darüber, ob du alles richtig machst

Ich kenne die Gedanken, die einem anfangs durch den Kopf gehen: »Sitze ich richtig?«, »Was, wenn meine Handhaltung falsch ist?«, »Bringt das eigentlich etwas, wenn ich es falsch mache?«

Um dem ganzen Thema ein bisschen die Strenge zu nehmen: Was soll schon groß schiefgehen? Sieh es doch einmal logisch. Du nimmst dir die Zeit, dich zu zentrieren und deinen Geist bei dir zu behalten. Du magst vielleicht eine andere Sitzhaltung haben als ein Mönch, aber glaubst du, dass du deshalb nicht von der Meditation profitieren wirst?

Zu meditieren ist immer positiv und kann keine negativen Nebenwirkungen haben. Wir können uns an bestimmte Regeln, wie die des Zazen, halten, oder eine freie Art der Meditation praktizieren.

Das Schlimmste, das passieren kann ist, dass dich diese Gedanken an der Meditation hindern. Also lass sie ruhig außen vor, meditiere und erfahre selbst, was passiert.

3. Mach dir weniger Gedanken über den Nutzen

Eine ähnliche Gedankenschleife habe ich anfangs bemerkt, wenn es um den Nutzen der Meditation geht. Wissenschaftlich gesehen wirkt sie ja auf allerhand Ebenen. Da wäre die Stressresistenz, der stabile Blutdruck, die Problemlösungsfähigkeit und so weiter.

Gerade anfangs habe ich versucht herauszufinden, wie mich die Meditation im Alltag beeinflusst. Ich musste erfahren, dass ich den Nutzen in Situationen bemerkt habe, in denen ich absolut nicht danach gesucht hätte. Wahrscheinlich geht es genau darum.

Natürlich wirkt sich die Meditation auf deinen Alltag aus. Aber wahrscheinlich wird es dir nicht möglich sein, den Effekt genau zuzuordnen. Allerdings habe ich eine Veränderung meines Verhaltens in sehr belastenden Situationen bemerkt. Da fühle ich mich einfach weniger reaktiv und gelassener.

4. Du brauchst nichts zum Meditieren, aber…

Ich habe in einigen anderen Artikeln schon erwähnt, dass Meditation für mich gelebter und erfahrener Minimalismus ist. Das Dasein ist auf das absolute Minimum reduziert. Wir achten nicht auf das, was wir sehen, was wir hören oder spüren. Wir atmen und sind einfach da.

Zum Meditieren ist nichts notwendig. Du kannst dich auf einen Sessel oder den Boden setzen oder legen. Das geht überall und zu jeder Zeit.

Es kann trotzdem sinnvoll sein, ein paar Dinge anzuschaffen. Nicht unbedingt um der Meditation Willen, sondern für die Entwicklung der Gewohnheit. Es fällt uns leichter, eine tägliche Praxis zu entwickeln, wenn wir einen Auslöser haben. Das kann zum Beispiel das morgendliche Zähneputzen sein.

Jetzt gilt es, sich in den nötigen Geisteszustand zu bringen. Ein Meditationskissen immer am selben Ort zu platzieren und eine Kerze anzuzünden erzeugt schon ein eigenes Umfeld. Die Stabilität eines eigenen Umfelds hilft uns enorm, wenn es um Gewohnheiten geht.

Mach deine Gewohnheit nicht von Produkten abhängig, aber ziehe in Betracht, ein Kissen, eine Kerze oder eine Mala (Meditationskette) anzuschaffen. Diese helfen dir, das richtige Umfeld zu kreieren und die Gewohnheit beizubehalten.

5. Meditiere gleich nach dem Aufstehen

Tägliche Gewohnheiten sind oft deshalb schwer durchzuführen, weil jeder Tag anders aussieht. Es ist deshalb hilfreich, einen Zeitpunkt zu wählen, der immer annähernd gleich bleibt.

Meistens ist die einzige Zeit, über die man ziemlich viel Kontrolle hat, der Morgen. Du kannst zum Beispiel eine halbe Stunde früher aufstehen, um dich bereit zu machen und zu meditieren. Außerdem ist es dann morgens schon erledigt und du profitierst den ganzen Tag davon.

Der Morgen hat noch weitere Vorteile: Diese Zeitspanne, in der die Welt erwacht, hat eine besondere Energie. Die Sonne geht auf, Menschen, Tiere und Pflanzen werden wach. Die Luft ist gut und kühl von der Nacht. Dein Geist ist noch ruhig und du kannst ihn auf den Tag vorbereiten.

Zu jeder Gewohnheit gehört eine Belohnung. Abgesehen von dem entspannten, wohligen Gefühl der Meditation kannst du dir jetzt einen Tee, Kaffee oder ein Frühstück gönnen.

Beginne jeden Tag geerdet

Hoffentlich helfen dir diese Tipps dabei, deinen Tag großartig zu beginnen. Versuche es einfach und nimm die Möglichkeit wahr, schon morgens zentriert und achtsam zu sein.

Nimm dieses vitale, ruhige Gefühl mit in den Tag und lass dich von Stresssituationen nicht aus der Bahn werfen.

Artikel von Dominik Radl