Der Ort, an dem du alles erreichen kannst

Der Ort, an dem du alles erreichen kannst
Es gibt einen Ort, an dem alles möglich ist. Einen Ort, an dem du alles erreichen kannst und an dem Menschen Unglaubliches erreicht haben. Dieser Ort birgt so viel Potential, dass es fast ein Muss ist, ihn zu besuchen. Ich kann dir nicht genau sagen, wo dieser Ort ist, aber ich kann dir sagen, wo er nicht ist: In deiner Komfortzone.

Vor ein paar Wochen habe ich in einem Artikel beschrieben, warum es unangenehm ist, Gewohnheiten zu entwickeln. Darin behaupte ich, dass wir bestrebt sind, in einem Zustand zu verweilen, der uns so wenig Widerstand wie möglich entgegen bringt – die Komfortzone.

Viele Menschen verbringen den Großteil ihres Lebens innerhalb der Komfortzone. Sie wollen nirgends anecken und sich nie unwohl fühlen. Etwas Neues auszuprobieren ist unangenehm und wird deshalb vermieden. Das klingt ja gar nicht so schlimm. Was soll das Problem daran sein? Unangenehmes zu vermeiden gehört zur Natur des Menschen.

Warum nicht in der Komfortzone bleiben?

Ich gehe davon aus, dass du bestrebt bist, dich zu verändern. Egal auf welche Art und Weise. Vielleicht möchtest du bessere Gewohnheiten entwickeln, sportlich werden, deine Arbeit besser machen oder dein Leben vereinfachen. Die Veränderung muss gar nicht drastisch sein.

Ich bin zutiefst davon überzeugt, dass nichts jemals still steht. Die ganze Welt und jede noch so kleine Ausprägung ihrer unendlich vielen Einflüsse ist einer permanenten Entwicklung ausgesetzt. Das macht das Leben auch so schön – wenn man sich darauf einlässt.

Die Komfortzone ist meiner Meinung nach ein Ort des scheinbaren Stillstandes. Um ein möglichst komfortables Lebens zu führen, versuchen viele Menschen, einen gewissen Stillstand nachzuahmen. Das gibt ihnen ein Gefühl der Sicherheit. Ich bemerke das bei mir selbst. Am sichersten fühle ich mich, wenn ich das Gefühl habe, vorhersehen zu können, was bald passieren wird. Leider kann ich das nicht – niemand kann das.

Jetzt kommt der Grund ins Spiel, warum ich denke, dass wir unsere Komfortzone regelmäßig verlassen sollten und damit Fortschritte zuzulassen: Um den Schein einer vorhersehbaren, regelmäßigen Welt aufrecht zu erhalten, nehmen wir jede Menge Anstrengung in Kauf.

Viele Menschen machen Jahr für Jahr die gleiche Arbeit, obwohl sie das schon lange nicht mehr wollen. Einen groben Umbruch zu machen und etwas Neues zu entdecken ist möglich. Jeder weiß das, aber im Allgemeinen ist es »zu riskant« oder »nicht angebracht«. Aber was ist der wahre Grund? Ich denke, der Grund ist, dass dieser Schritt aus der Komfortzone führen würde. Deshalb wird Jahr für Jahr mit sehr großem Aufwand der Schein aufrecht erhalten, diese Situation sei die komfortabelste.

Vielleicht kennst du diese zwischenmenschlichen Beziehungen, die einmal toll waren, aber jetzt eher zehren. Der Grund, warum wir diese Beziehungen nicht beenden ist der gleiche wie der, warum Menschen ihre Arbeit nicht verändern. Es ist übrigens auch der gleiche Grund, warum sie ihre Essgewohnheiten nicht ändern, Sport machen, produktiv werden, zu sich ehrlich sind, herausfinden, was sie aus ihrem Leben machen wollen und das dann mit allem was dazugehört durchziehen: Diese Magie ist außerhalb der Komfortzone.

Deine Komfortzone vs. Wo die Magie stattfindet

Der Grund, warum du noch in der Komfortzone bist

Du siehst, die Komfortzone ist eigentlich gar nicht wirklich komfortabel. Es ist sehr anstrengend, innerhalb der Komfortzone zu bleiben. Das Leben, in seiner ständigen Veränderung ist wie ein Fluss, in dem du entweder stehen kannst – was ziemlich anstrengend ist, vor allem, wenn die Strömung stärker wird – oder mit dem du fließen kannst.

Wie kommt es also, dass wir immer wieder an einem Ort verharren, der aufwändig zu erhalten ist und noch dazu wenig Entwicklungspotenzial birgt? Ich kann mir drei Gründe vorstellen:

  1. Den Schritt aus der Komfortzone zu machen ist zumindest ein kleines bisschen schwieriger, als nichts zu verändern. Manchmal kann es auch sehr hart sein, ihn zu machen.
  2. Wir verbinden das unkomfortable Gefühl ausschließlich negativ. Unwohlsein ist für uns immer etwas Schlechtes. Wenn wir das Gefühl des Widerstandes annehmen und anders verknüpfen, fällt es uns leichter, Veränderungen zu machen.
  3. Angst vor dem Ungewissen. Wir wissen nicht, was passiert, wenn wir unsere Komfortzone verlassen. Angst hemmt häufig unsere Entwicklung. Je mehr du lernst, diese Angst einfach sein zu lassen, desto aufregendere Dinge kannst du erleben. Hier noch ein kleiner Hinweis: Auch innerhalb der Komfortzone weißt du nicht, was passieren wird – auch wenn du das vielleicht denkst.

Wie du deine Komfortzone verlässt und dich damit anfreundest

Ich kämpfe selbst immer wieder mit Situationen, die mir unangenehm sind und die mich deutlich aus meiner Komfortzone locken. Einen Blog zu starten und regelmäßig zu schreiben, was für mich ein einfaches und erfülltes Leben ausmacht ist wahrlich außerhalb meiner Komfortzone.

Allerdings denke ich, dass es Menschen gibt, die ich damit ein kleines bisschen aus ihrer Komfortzone locken kann und die dann in der Lage sind, Großartiges zu erreichen – das muss es wert sein.

Hier ist eine Übung, mit der du lernen kannst, dich aus deiner Komfortzone zu wagen und mit dem unguten Gefühl klarzukommen:

  1. Überlege dir einen kleinen Schritt. Denk an etwas, das relativ einfach ist, sich aber ein bisschen außerhalb deiner Komfortzone befindet. Das kann so einfach sein, wie einem Menschen zu sagen, dass du ihn gerne hast. Du kannst aber auch deinen Freunden von neuen Plänen in deinem Leben erzählen, von denen noch keiner wusste. Vielleicht möchtest du beim nächsten Familienessen eine kleine Ansprache halten und sagen, wie sehr du dich freust, dass alle beisammen sind. Diese Schritte werden nicht die Welt verändern, aber oft sind schon so kleine Schritte außerhalb unserer Komfortzone.
  2. Rechne mit Unwohlsein. Wahrscheinlich wirst du nervös sein und dich drücken wollen. Nimm dieses Gefühl wahr. Achte darauf, wie es sich körperlich äußert. Wie genau fühlt es sich komisch an? Dass sich das Verlassen der Komfortzone irgendwie äußert ist ganz normal. Nimm es hin und versuche, nicht darüber zu urteilen.
  3. Akzeptiere den Widerstand. Wenn der Schritt sehr klein ist, wird auch der gefühlte Widerstand relativ klein sein. Damit kannst du üben, dieses Gefühl neu zu verknüpfen. Verbinde den Widerstand nicht mit etwas Negativem, sondern mit Fortschritt. Denk daran, dass du dich im Fluss des fortschreitenden Lebens treiben lässt und dich nicht mehr bemühen musst, felsenfest zu stehen. Dieser Widerstand, dieses Unwohlsein führt zu Fortschritt.
  4. Tu es. Jetzt ist es an der Zeit, die Komfortzone zu verlassen. Alles hier ist Neuland. Sauge alle Emotionen und Eindrücke auf und profitiere von deinem Mut. Du bist jetzt an dem Ort, an dem alles Großartige dieser Welt geschaffen wurde. Mach was daraus, dir steht alles offen.

Übe immer wieder, deine Komfortzone zu verlassen. Du kannst dich jedes Mal ein kleines bisschen steigern – dir fällt sicher etwas ein. Du wirst bemerken, dass es dir immer leichter fallen wird, Neues zu probieren. Du wirst dich immer weniger Überwinden müssen und stellst fest, dass dieses unangenehme Gefühl letztendlich zu Fortschritt führt.

Hast du Erfahrungen außerhalb der Komfortzone?

Wie stehst du dazu? Hast du schon einmal deine Komfortzone verlassen, um etwas zu erreichen? Deine Erfahrungen mit dem Unwohlsein und der Angst vor dem Ungewissen interessieren mich – schreib mir doch einen Kommentar mit deiner Meinung oder deinem Erlebnis!

Artikel von Dominik Radl