Jedes Ziel mit kleinen Schritten erreichen

Jedes Ziel mit kleinen Schritten erreichen
Es ist Mitte des Jahres. Zu Neujahr haben sich viele Menschen vorgenommen, einiges zu verändern. Anfangs hat das ganz gut funktioniert, doch nach einiger Zeit haben sich die Veränderungen irgendwie im Sand verlaufen. Das ist aber nicht schlimm.

Oft wollen wir große Veränderungen. Wir sind mit einer Situation unzufrieden und möchten sie verändern – oder einfach nur die Magie des neuen Jahres nutzen. Leider haben wir im Alltag nicht besonders viel Zeit und versuchen deshalb, möglichst große Schritte zu machen.

Ziele und Veränderungen sind etwas heimtückisch. Wir wollen sie unbedingt erreichen und unser Leben damit besser machen. Gleichzeitig haben wir aber auch Angst davor oder einen gewissen Respekt.

Wenn wir uns einmal wirklich dazu durchgerungen haben, an unseren Zielen zu arbeiten, wollen wir sobald wie möglich etwas erreichen. Wir tun alles, was möglich ist, um bald sichtbare Änderungen zu erfahren. Doch dann, nach ein paar Wochen oder Monaten stellen wir fest, dass der Lebensstil wieder fast am Ausgangspunkt angelangt ist.

Tausende Menschen nehmen sich jedes Jahr vor, einen Marathon zu laufen, eine neue Sprache oder ein Instrument zu erlernen, früher aufzustehen, ein Buch zu schreiben oder ein neues Projekt zu starten.

Grund für das Nicht–Erreichen ist scheinbar immer die Zeit. Aber ich glaube, dass das gar nicht stimmt. In diesem Bezug ist Erfolg eine Sache von Prioritäten und Regelmäßigkeit. Ich denke, jeder, der sich vornimmt, einen Marathon zu laufen oder ein Buch zu schreiben, kann das auch tun – aber nicht gleichzeitig und nicht bis nächste Woche.

Kleine Schritte zum Erfolg

Ein Marathon ist in diesem Fall die perfekte Analogie. Über 42 Kilometer laufen. Drei oder vier Stunden auf den Beinen – und doch eigentlich nichts anderes als ungefähr 42 000 kleine Schritte. Immer einer nach dem anderen.

Viele Aufgaben werden erst dann möglich, wenn man sie in kleine Einzelschritte zerlegt. 42 Kilometer weit zu springen ist ja auch nicht möglich. Egal wie groß eine Aufgabe ist, wir können sie in kleine Schritte unterteilen und jeden Tag einen davon gehen.

Die meisten Menschen überschätzen, was sie an einem Tag schaffen können und unterschätzen, was sie in einem Jahr schaffen können

– Unbekannt

Was du jeden Tag machst summiert sich mit der Zeit. Mit diesem Prinzip kannst du großartige Dinge vollbringen. Um beim Beispiel des Marathons zu bleiben:

Du könntest dir vornehmen, jeden zweiten Tag zu laufen. Zuerst geht es mehr darum, sich diese Routine anzueignen. Laufe einen Kilometer weit. Dann steigere langsam deine Distanz. Wenn du zum Beispiel jeden zweiten Tag um 200 Meter weiter läufst als zuvor, bist du in etwas über einem Jahr bei der Marathondistanz.

Wenn du das weißt, hast du schon zu Beginn wesentlich weniger Druck und du kannst die kurzen Distanzen in den ersten Wochen richtig genießen. Das baut einen viel nachhaltigeren Plan auf, als zu beschließen, einen Marathon laufen zu wollen und direkt mit zehn Kilometern zu starten.

Oder du möchtest endlich das Buch schreiben, von dem du schon so lange träumst. Ein durchschnittlicher Roman hat zwischen 70.000 und 120.000 Wörter – die bisherigen supersimpel–Artikel plus das Handbuch »Ein Jahr für Veränderer« fallen da schon hinein.

Diese Menge auf einmal zu schreiben ist sehr mühsam. Wenn du sie aber aufteilst, sieht das plötzlich ganz anders aus. Schreibe an fünf Tagen der Woche vor der Arbeit jeweils 500 Wörter. Das ist nicht besonders viel – ich denke, du kannst das in einer halben Stunde schaffen. Dann bist du in 30–50 Wochen, also weniger als einem Jahr, soweit, ein Manuskript fertigstellen zu können.

Vielleicht willst du dich gesünder ernähren oder abnehmen. Anstatt deine gesamte Diät umzustellen und nach einigen Wochen rückfällig zu werden, kannst du jede Woche eine kleine Veränderung machen. In der ersten Woche nimmst du dir vor, ein Stück Obst pro Tag zu essen. In der zweiten Woche ersetzt du Säfte durch Wasser. Eine Woche darauf lässt du die süße Jause weg. Ab der vierten Woche isst du eine rein vegetarische Speise pro Woche. So geht das immer weiter.

Du wirst dich umgehend besser fühlen, weil du weißt, dass du eine Veränderung machst. Nach einigen Monaten hast du problemlos einiges in deiner Ernährung verändert. Welche Veränderungen du machst ist dir und deinem Gefühl überlassen.

Kleine Schritte zur Gewohnheit machen

Das Prinzip der kleinen Schritte funktioniert nur, wenn du sie wirklich regelmäßig ausführst. Dafür müssen sie als Gewohnheit funktionieren. Hier ist ein kurzer Startplan:

  1. Zerlege dein Ziel in kleine Schritte. Lass das Ziel selbst ruhig in den Hintergrund rücken. Mach die Schritte und deren regelmäßige Ausführung zum vordergründigen Thema.
  2. Sei überzeugt von den kleinen Schritten. Entwickle die innere Einstellung, alles zu tun, um die kleinen Schritte einhalten zu können. Entwickle Systeme und verändere deinen Alltag, wenn nötig.
  3. Binde den Schritt an einen Auslöser. Eine Gewohnheit funktioniert viel besser, wenn sie an eine bereits bestehende Gewohnheit gebunden wird. Das kann der morgendliche Kaffee oder das Zähneputzen sein.
  4. Verfolge deinen Fortschritt. Lege dir einen optischen Plan zurecht. Das kann ein Kalender, Notizbuch oder ein großer Wandplaner sein. Mach bunte Punkte oder Striche, wenn du deinen Schritt gemacht hast. Du kannst die Punkte auch nach dem Fortschritt gewichten, z.B. ein Punkt pro 200 gelaufener Meter oder 500 geschriebener Wörter.

Wenn du mehr darüber erfahren möchtest, wie du Ziele in kleine Schritte umwandelst und diese zur bombenfesten Gewohnheit machst, schau dir doch mein kostenloses E–Book »Ein Jahr für Veränderer« an.

Die zweite Jahreshälfte nutzen

Falls du seit Neujahr deine Ziele etwas vernachlässigt hast, sei nicht zu streng mit dir. Die zweite Jahreshälfte ist genauso wertvoll wie die erste. Denk einfach daran, was du mit kleinen Schritten alles erreichen kannst.

Es ist nicht zu spät, fit zu werden, ein Buch zu schreiben, sich auf einen Marathon vorzubereiten oder gesünder zu essen. Du musst nur beginnen und mit kleinen Schritten weitermachen.

Geht es dir möglicherweise gerade so? Hast du Erfahrungen mit erreichten und nicht erreichten Zielen, von denen du erzählen kannst? Ich freue mich über einen Kommentar mit deiner Meinung zu diesem Thema.

Artikel von Dominik Radl