Eine Sache, die du nicht tun solltest, wenn du eine Gewohnheit entwickelst

Eine Sache, die du nicht tun solltest, wenn du eine Gewohnheit entwickelst
Ich liebe Gewohnheiten. Ich nutze sie in vielen Bereichen um meinen Zielen näher zu kommen. Allerdings falle ich viel zu oft in ein bestimmtes Verhaltensmuster, wenn ich dabei bin, eine neue Gewohnheit zu entwickeln. Ich entwickle den Drang, ein bestimmtes Produkt zu kaufen, um meine Gewohnheit zu unterstützen. Warum ich dieses Verhalten nicht produktiv finde, und wie ich es los werde zeige ich dir jetzt.

Die Motivationslüge

Vielleicht kennst du dieses Verhalten. Bei mir hat es sich schon unzählige Male gezeigt. Einige Male habe ich dem Drang nachgegeben und ein Produkt gekauft, von dem ich dachte, ich bräuchte es, um die Gewohnheit umsetzen zu können.

Zum Beispiel habe ich mir ein tolles Meditationskissen gekauft, bevor ich überhaupt fünf Mal in Folge meditiert hatte. Natürlich ist es nicht schlecht, ein Meditationskissen zu haben, aber eine Notwendigkeit ist es nicht. Ich dachte, wenn ich erst ein tolles Kissen habe, werde ich sicher motiviert sein, regelmäßig zu meditieren.

Jetzt kommt das Problem an der Sache: Ich habe die Erfahrung gemacht, dass das nicht stimmt. Vielleicht hast du dir schon einmal ein teures Paar Laufschuhe gekauft, weil du dachtest, dann läufst du regelmäßig. Läufst du tatsächlich bis heute regelmäßig, weil du dir damals neue Schuhe gekauft hast? Oder eine Laufuhr, oder einen Pulsgurt?

Die tiefe Motivation

Die Wahrheit ist, Produkte motivieren uns nur scheinbar. Wir haben das Gefühl, dieses oder jenes Produkt zu brauchen, weil wir noch keine tiefe Motivation in unserer Gewohnheit gefunden haben. Das Produkt verspricht dir einen Lifestyle. Den Lifestyle kannst du aber nicht kaufen, du kannst ihn nur selbst entwickeln. Und in Wahrheit kannst du diesen Lifestyle in den meisten Fällen auch ohne das Produkt entwickeln.

Wenn du deine Gewohnheit auf Produkten aufbaust, wirst du immer hinter neuer Motivation herjagen. Deine Gewohnheit wird kein Genuss, sondern ein ständiges Gefühl, noch nicht das zu haben, was du willst. Dieses Gefühl bekommst du aber auch durch alle Produkte dieser Welt nicht los, sondern nur durch eine tiefe Motivation, die von der Gewohnheit selbst ausgelöst wird.

Um die tiefe Motivation in meinen Gewohnheiten zu finden, nutze ich folgende Schritte:

  1. Ich finde etwas in der Gewohnheit, das mir Freude bereitet. Ich zerlege die Gewohnheit in ihre Einzelteile und picke eine Sache, die ich wirklich genieße und die mich glücklich macht. Das kann zum Beispiel das Atmen frischer Luft beim Laufen sein. Oder das Gefühl der Ausgeglichenheit kurz nach der Meditation. Oder das Aufsteigen der verschiedensten Aromen beim Kochen gesunder Speisen.
  2. Ich befreie diese Freude von der Abhängigkeit von Produkten. Wenn ich mich über die aufsteigenden Aromen beim Kochen freue, will ich diese Freude nicht abhängig von einer teuren Kochpfanne machen. Ich löse die Freude von den Werkzeugen, um wirkliche, tiefe Motivation zu empfinden. Die Vorfreude auf die Düfte, der Genuss des aufregenden Geschmacks sind unabhängig von Kochmessern und Bratpfannen.
  3. Ich lerne, die Gewohnheit an sich voll und ganz zu genießen. Der Genuss dieser einen Sache lässt mich meine Gewohnheit um ihrer selbst willen genießen. Wenn ich mich ehrlich darüber freue, meine Lungen mit frischer, kühler Luft zu füllen, dann sind mir die Laufschuhe egal. Natürlich laufe ich deshalb nicht mit Schuhen, die mir Schmerzen bereiten, aber es muss nicht alle paar Monate ein neues Paar sein. Ich genieße meine Läufe nicht wegen der Laufschuhe, meine Meditation nicht wegen des Kissens, mein Essen nicht wegen des Messers und mein Training nicht wegen der Kopfhörer.

Finde heraus, ob du etwas wirklich brauchst, oder ob du es nur willst

Ich kenne die Situation, ein Produkt haben zu wollen. Wir sind nicht dumm und unser Gehirn überlegt sich alle möglichen Methoden um uns auszutricksen. Oft reden wir uns selbst ein, wir würden dieses neue Paar Schuhe unbedingt brauchen, obwohl wir es tatsächlich nur wollen.

Vielleicht wollen wir es, weil wir dann aussehen, wie auf den Fotos auf Instagram. Oder wir wollen es, um anderen Menschen zu beweisen, dass wir gut in dem sind, was wir tun. In Wahrheit belügen wir uns in beiden Fällen. Meistens brauchen wir das Produkt nicht unbedingt, um unsere Tätigkeit ausführen zu können und selten hat jemand besser trainiert, weil er eine neue Hose anhatte.

Stell dir diese Fragen um herauszufinden, ob du etwas wirklich brauchst, oder es gerne haben möchtest:

  1. Muss ich dieses Produkt unbedingt haben, dass meine Gewohnheit funktioniert? Wenn du diese Frage ganz ehrlich mit Ja beantwortest, stell dir die nächste Frage:
  2. Ist meine Gewohnheit auf einem Produkt aufgebaut? Wenn deine Gewohnheit auf einem Produkt aufgebaut ist, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass du die tiefe Motivation noch nicht gefunden hast oder vielleicht gar nicht finden wirst. Hinterfrage, warum du diese Gewohnheit entwickeln willst. Tust du dir damit etwas Gutes? Fühlst du dich mit dieser Gewohnheit besser und gehst du damit einen Schritt in die richtige Richtung?
  3. Kann ich das Produkt vorerst ersetzen? Versuche, das Produkt vorerst zu ersetzen, um die tiefe Motivation in deiner Gewohnheit zu finden. Meditiere eine Zeit lang auf der Bank, auf einer Decke oder auf dem Boden. Ein neues Meditationskissen beeinflusst nicht, ob du die tiefe Motivation in der Gewohnheit findest, oder nicht. Es kann dich nur kurzzeitig motivieren und möglicherweise von der wahren Motivation ablenken.

Wenn du das Produkt trotzdem haben willst

Stelle dir selbst die Aufgabe, eine solide Gewohnheit ohne das Produkt zu entwickeln. Wenn du das geschafft hast, ist das Produkt selbst möglicherweise nebensächlich geworden. Nebensächlich bedeutet, dass es an der tiefen Motivation nichts ändert – du liebst deine Tätigkeit um ihrer selbst willen.

Das bedeutet nicht, dass das Produkt nicht trotzdem nützlich sein kann. Natürlich kannst du die tiefe Motivation im Laufen entdecken und jeden Tag mit einem Pullover und einer Jacke laufen gehen.

Wenn deine Gewohnheit in deinem Alltag fest verankert ist, könnte es trotzdem nützlich sein, eine hochwertige Laufjacke zu kaufen. Es könnte deine Gewohnheit erleichtern und eventuell deine Leistung steigern.

Es ist nichts verkehrt daran, sich ab und zu zu belohnen. Du kannst dir ja kleines Zwischenziel setzen und dich dann mit dem Produkt belohnen, wenn du dann noch das Gefühl hast, es wirklich haben zu wollen. Wichtig ist, dass deine tiefe Motivation unabhängig von Produkten ist.

Brauchst du Produkte um dich zu motivieren?

Wie handhabst du die Motivation für deine Gewohnheiten? Hast du bereits eine tiefe Motivation gefunden? Belohnst du dich ab und zu für deine Leistungen?

Schreib mir deine Erfahrungen mit Motivation und dem Drang, Produkte zu kaufen als Kommentar. Ich bin gespannt auf deine Meinung!

Artikel von Dominik Radl