Wie du nie wieder Fehler machst

Wie du nie wieder Fehler machst
Wolltest du jemals etwas Neues ausprobieren oder einen großen Schritt machen, hast dich aber nicht getraut? Vielleicht hattest du Angst, einen Fehler zu machen. Wie toll wäre es, ab jetzt zu wissen, dass du keine Fehler mehr machst?

Ich denke oft darüber nach, wie vielfältig die Möglichkeiten im Leben eigentlich sind. Jeder von uns könnte sofort mit seiner täglichen Arbeit aufhören und etwas ganz anderes machen. Vielleicht etwas, das ihm besser gefällt.

Wir können auch Dinge tun, die bis heute niemand getan hat. Wir können einen bisher unbekannten Weg einschlagen oder das Leben neu ausrichten. Denke daran, was alles möglich wäre, wenn es so etwas wie Scheitern nicht gäbe.

Warum das niemand tut? Naja, tatsächlich tun es einige Menschen einfach. Das sind die Menschen, von denen wir mit einer gewissen Ehrfurcht erzählen, ihre Geschichte aber oft mit Glück oder einzigartigen Situationen rechtfertigen.

Die restlichen Menschen bleiben einfach, wo sie sind – aus Angst, einen Fehler zu machen. Aus Angst, der Plan könnte nicht aufgehen und man würde später schlechter dastehen als jetzt.

Was uns im Leben zurückhält

Wenn es darum geht, große Veränderungen zu machen oder etwas Neues auszuprobieren, hält uns meistens einer der folgenden Gründe zurück:

  • Wenn der Plan nicht aufgeht, stehe ich dumm da. Was halten die anderen von mir?
  • Wenn der Plan nicht aufgeht, bin ich gescheitert. Was halte ich selbst von mir?
  • Wenn der Plan nicht aufgeht, bin ich in vielleicht in einer ungünstigeren Situation als jetzt. Wie geht es dann weiter?
  • Wenn der Plan nicht aufgeht, habe ich meine Chance vertan.

Dir fällt sicher etwas auf. Wenn es um neue Pläne, Lebenswandel oder Veränderung geht, drehen sich unsere Gedanken offenbar meistens um das Scheitern. Wie soll denn ein Plan aufgehen, wenn wir uns nur mit den zehn Konsequenzen beschäftigen, die bei einem möglichen Scheitern eintreten?

Dadurch stellen wir nicht nur den Erfolg (der natürlich das primäre Ziel sein sollte) in den Hintergrund, sondern verschaffen auch dem Misserfolg eine Prominenz, die uns abschreckt.

Den Blickwinkel ändern

Wie wäre folgendes: Egal, was wir vorhaben – wir konzentrieren uns zuerst und hauptsächlich auf den Erfolg. Das verändert unsere Grundeinstellung und ich bin überzeugt davon, dass die innere Einstellung enorm wichtig ist.

Wo Fehler sind, da ist auch Erfahrung.

– Anton Pawlowitsch Tschechow

Zusätzlich verbannen wir Worte wie »Fehler«, »Misserfolg« oder »scheitern« aus unserem Wortschatz. Wir verdrängen nicht, dass das ursprüngliche Ziel möglicherweise nicht erreicht wird – diese Option kann durchaus eintreten.

Aber wir machen einen Misserfolg einfach zu einem Erfolg. Wir können eigentlich nur gewinnen. Wir gewinnen an Erfahrung, Wissen und persönlicher Größe.

Wenn irgendetwas einmal nicht so funktioniert, wie es geplant war, offenbart es dir dafür eine ganze Wagenladung an Information. Wenn du die Situation als Fehler erkennst, nutzt du nichts von dieser Information. Wenn du sie aber als wertvolle Lehre erkennst, kannst du dadurch wachsen.

Wie du nie wieder Fehler machst?

Indem du Fehler nicht so nennst und nicht so behandelst wie bisher. Nenne sie ganz einfach Lernprozesse. Behandle sie mit Interesse, Begeisterung und Neugier.

Enttäuschungen sind nichts anderes als Abweichungen von deiner Wunschvorstellung. Genau das steckt doch auch schon im Wort »Ent-Täuschung«. Sie katapultieren dich ins Jetzt und geben dir gleichzeitig die Möglichkeit, zu lernen.

Es geht also gar nicht darum, keine Fehler zu machen. Vielleicht ist sogar derjenige der Klügste, der die meisten Fehler macht. Es geht nur darum, aus allen Situationen zu lernen und das neu erlangte Wissen in Zukunft anzuwenden.

So sehe ich also den Umgang mit sogenannten Fehlern und Misserfolgen. Zusammengefasst könnte das ungefähr so aussehen:

  • Erkennen, dass ein bestimmtes Verhalten nicht der Wunschvorstellung entspricht. Das kann auf einer harmlosen oder subtilen Ebene passieren, oder es kann dich echt in eine ungünstige Lage bringen. Beides ist möglich und beides ist gleichermaßen wertvoll.
  • Aufhören, diese Situation als Fehler zu bezeichnen. Im allgemeinen Denken sind Fehler negativ und wir sollten versuchen, sie zu vermeiden. Situationen, aus denen man lernen kann, sind allerdings wünschenswert. Also nutzen wir diese Situationen einfach und wenden uns all der Information zu.
  • Daraus lernen. In diesem Stadium kann man sich ziemlich lange befinden. Es gibt so viel zu lernen. Jede Situation kann in unzählige Lernprozesse unterteilt werden. Wie weit man geht, ist einem selbst überlassen. Allerdings ist es nicht ratsam, sich allzu lang in der Analyse eines Fehlers zu verlieren. Wie vorhin angesprochen, kommt ihm sonst eine größere Wertigkeit zu, als dem Blick nach vorne.
  • Dafür sorgen, dass wir nicht mehr in diese Lage geraten. Mit dem neu gewonnenen Wissen sollte es uns möglich sein, beim nächsten Mal zumindest einen Schritt weiter zu kommen. Genau das ist das Ziel. Lass dich nicht abschrecken – du kriegst das hin!

Ist es gut keine Fehler zu machen?

Stell dir vor, du würdest nie wieder Fehler machen. Wahrscheinlich wäre dein Leben ziemlich langweilig, denn du würdest absolut nichts wagen. Außerdem würdest du wesentlich weniger lernen als jetzt.

Deshalb wünsche ich jedem Menschen, Fehler zu machen und daraus zu lernen.

Artikel von Dominik Radl