Wie du Dankbarkeit zur Gewohnheit machst und damit jeden Tag glücklicher wirst

Wie du Dankbarkeit zur Gewohnheit machst und damit jeden Tag glücklicher wirst
Wenn es um das Glücklichsein geht, scheinen wir oft auf etwas zu warten. Im Urlaub ist doch sicher genug Zeit dafür. Aber was ist mit jetzt? Warum fällt es uns so schwer, jeden Moment dankbar anzunehmen und glücklich zu sein?

Die meiste Zeit des Jahres leben die meisten Menschen in einem Zustand, den sie Alltag nennen. Alles hat eine ungefähre Ordnung, nichts ist besonders aufregend – dafür hoffentlich auch nicht besonders schlimm.

Alles läuft ziemlich automatisiert ab. Oft ist der große Wunsch, nur noch eine bestimmte Zeit über die Bühne zu bringen, bis das nächste Ereignis ansteht. Das kann der Urlaub sein, eine große Feier, ein besonderes Projekt oder die Pension.

Eigentlich gibt es immer irgendeinen Punkt, den man sich vorstellen kann, an dem man glücklicher wäre als jetzt. Das macht den Moment unvollständig.

Was macht glücklich?

Was ich darin erkenne ist, dass wir Glück stark von äußeren Faktoren abhängig machen. Das ist seltsam, wenn man bedenkt, dass nichts und niemand in der Lage ist, Glück in einem zu erzeugen, außer man selbst.

Noch verrückter wird diese Vorstellung, wenn Geld ins Spiel kommt. Ist man in einem teuren Urlaub automatisch glücklicher? Lebt man glücklicher, wenn man ein sehr großes Haus hat, oder mehrere Autos?

Nun, dass ich gewissermaßen der Fraktion »Minimalismus« angehöre, ist schwer zu übersehen. Aber was ich meine hat gar nicht unbedingt etwas mit einem extremen, asketischen oder frugalen Lebensstil zu tun. Ich spreche von gesundem Menschenverstand und der Achtung vor dem eigenen Glück.

Wer nimmt sich heraus, dem Glück ein Preisschild umzuhängen? Und wer ist auch noch versucht, diesen Preis zu bezahlen? Glück ist kostenlos und kommt von innen. Glück ist in einem Einfamilienhaus möglich, auf 35 Quadratmetern oder in einem Wohnmobil. Es ist als Großfamilie möglich, als Pärchen und alleine. Es ist mit einem Vollzeitjob möglich, als Student und als Millionär. Glück wird niemals von außen erzeugt, es kommt immer von innen.

Meiner Ansicht nach ist der Alltag keineswegs durch die Abwesenheit von Glück belastet. Wir sind nur oft nicht achtsam genug, um es wahrzunehmen. Glück ist allgegenwärtig – mit einem offenen, achtsamen und neugierigen Geist ist es immer und überall möglich, es zu erfahren.

Dankbarkeit als Schlüssel des eigenen Glücks

Wenn es dir einmal schwer fällt, Glück in einer Situation zu finden, dann versuche, Dankbarkeit zu erfahren. Führe dir ganz bewusst vor Augen, wofür du dankbar bist.

Dankbar zu sein, ist ein Türöffner, um glücklich zu sein. Es hilft dir, das Glück in allem zu finden. Klassifizierungen von gut und schlecht funktionieren jetzt nicht mehr. Durch Dankbarkeit sind wir in der Lage, wertfrei zu fühlen.

Dankbarkeit hat sicher etwas Demütiges. An der Praxis der Demut habe ich mich im katholischen Glauben immer etwas gestoßen. Für mich fühlt es sich nicht richtig an, jemandem etwas schuldig zu sein und mit geneigtem Haupt zu leben, weil ich auf der Welt bin.

In jede hohe Freude mischt sich eine Empfindung der Dankbarkeit.

– Marie Freifrau von Ebner-Eschenbach

Wenn ich Dankbarkeit und Demut gegenüberstelle, erkenne ich allerdings einige Parallelen. Was habe ich selbst dafür getan, um hier auf der Welt zu sein? Wenn ich es nicht war, dann bin ich durch »Fremdeinwirkung« entstanden. Dankbarkeit dafür zu empfinden, zu existieren, glücklich zu sein und Erfahrungen machen zu können hat also gewissermaßen etwas mit Demut zu tun.

Glück und Dankbarkeit empfinden

Falls du noch nicht weißt, wie du durch Dankbarkeit das Glück in jedem Moment erkennen sollst, möchte ich dir ein paar Beispiele nennen:

  • Ich bin dankbar, dass ich einfach da bin. Es ist großartig, zu leben. Diese intensiven Erfahrungen, die ich jeden Tag mache, mich persönlich weiterzuentwickeln, zu fühlen, zu lieben und zu denken – dafür bin ich richtig dankbar.
  • Ich bin dankbar, dass ich mich entwickle. Jedes scheinbar negative Ereignis lässt uns über uns hinaus wachsen. Aufgaben – gerade wenn wir sie uns nicht selbst ausgesucht haben – fordern und fördern die Fähigkeit, sich zu entwickeln. Dankbarkeit für Rückschläge und schlechte Erfahrungen zu empfinden nimmt Wut und Zorn den Wind aus den Segeln. Es ermöglicht uns, immer besser und glücklicher zu werden.
  • Ich bin dankbar für alle Menschen, die ich kenne und kennenlerne. Gemeinschaft, Freundschaft, Liebe – zwischenmenschliche Beziehungen lassen uns Empfindungen in einer einzigartigen Dimension erfahren. Ich bin für jede zwischenmenschliche Erfahrung dankbar – auch wenn es sich manchmal anfühlt wie eine Probe der Achtsamkeit.
  • Ich bin dankbar dafür, mich mit allem auseinandersetzen zu können und daran wachsen zu können. Wenn wir lernen, dankbar zu sein und Glück in allem zu erkennen, gibt es nichts mehr, das uns schaden kann. Wir können nur wachsen und profitieren. Dazu müssen wir die Fähigkeit entwickeln, diese Einflüsse für uns zu nutzen. Wenn du diesen Artikel liest, bist du offensichtlich schon dabei.

Diese Gedanken machen mich glücklich und lassen mich die Güte des Daseins erfahren. Du siehst, das ist auf den ersten Blick nicht weltbewegend. Genau darum geht es auch. Ich will nicht nur dankbar für besondere Wendungen und Meilensteine, sondern für jeden Tag und das scheinbar Selbstverständliche sein.

Regelmäßig dankbar zu sein ist eine großartige Möglichkeit, mit dem inneren Glück in Kontakt zu treten. Mach Dankbarkeit zur täglichen Gewohnheit, indem du beispielsweise die folgenden Momente nutzt:

  • Direkt nach dem Aufwachen. Du liegst noch im Bett und bist verschlafen. Denke an eine einzige Sache, für die du dankbar bist. Versuche, im Geist wirklich bei der Sache zu sein.
  • Nach der Morgenmeditation. In meiner Morgenroutine ist die Meditation ein fester Punkt. Sie bringt mich in einen ruhigen, bewussten Geisteszustand. Nach der Meditation ist ein idealer Zeitpunkt, um an ein paar Dinge zu denken, für die ich wirklich dankbar bin.
  • Zum Kaffee/Tee/Smoothie. Gönne dir einen Moment der Ruhe und genieße es, nichts zu tun. Während du bewusst und voller Genuss deinen Kaffee trinkst, kannst du dir in Erinnerung rufen, wofür du dankbar bist.
  • Vor dem Schlafengehen. Ein abendliches Gebet ist im katholischen Glauben stark verbreitet. Du kannst diesen Zeitpunkt aber auch nützen, um einfach deine Dankbarkeit auszudrücken.
  • Führe ein Dankbarkeitstagebuch. Ich habe schon von mehreren Seiten gehört, wie besonders ein Dankbarkeitstagebuch ist. Jeden Tag ein paar Zeilen darüber zu schreiben, wofür wir dankbar sind. Das ist eine schöne Übung und bringt uns jeden Tag mit unserem inneren Glück in Kontakt.

Du siehst, Dankbarkeit ist eine wunderbare Sache. Wichtig ist, im Alltagsstress nicht darauf zu vergessen, sonst wird er nichts anderes als Alltagsstress bleiben. Glück ist allgegenwärtig, kostenlos und kommt von innen.

Genieße dein Glück und fühle die positive Energie der Dankbarkeit.

Artikel von Dominik Radl