Wenn du da bist, kannst du alles haben

Wenn du da bist, kannst du alles haben
Wir sind manchmal in Situationen, in denen wir etwas vom Universum erwarten oder verlangen. Wir warten auf ein Zeichen, oder eine Eingebung. Aber was, wenn wir gar nicht bereit sind, eine Antwort zu empfangen?

Wir wollen, aber wir wollen nicht wirklich

Kürzlich habe ich im Buch E² von Pam Grout über eine Annahme gelesen, die ich gerne ein bisschen weiterführen möchte. Pam nimmt an, dass wir durch unsere Gedanken auf ein Quantenfeld (also ein reales, physisches Feld) einwirken.

Das bedeutet, dass Gedanken nicht, wie wir das oft annehmen, nur in unseren Köpfen stattfinden, sondern dass eine ständige Kommunikation nach außen stattfindet. Sie behauptet, wir können durch unsere Gedanken die physische Welt erschaffen.

Dann schreibt sie etwas, das mich zum Nachdenken gebracht hat. Sie sagt, dass wir in der Lage sind, alles zu erreichen und zu erfahren, das wir uns vorstellen können. Aber nicht nur oberflächlich vorstellen, sondern richtig ausmalen. Diese Fähigkeit haben wir angeblich alle und wenden sie auch ständig an.

Aber jetzt kommt’s: Es bringt nichts, sich etwas zu wünschen oder erschaffen, wenn man nicht da ist, um es zu empfangen. Sie macht einen schönen Vergleich: Stell dir vor, es gäbe einen Briefträger, der dir alles bringt, was du dir vorstellen kannst. Von einer Eingebung bis zu einer sehr bestimmten Lebenssituation. Leider bist du jedes Mal nicht da, wenn er anläutet.

Der Wunsch ist der Vater des Gedankens.

– William Shakespeare

Alles ist da, es ist nur woanders

Diese Vorstellung ist schnell beschrieben, aber lass uns doch noch ein bisschen darüber nachdenken. In dieser Analogie macht die Autorin einige Annahmen. Diese lassen sich sehr gut auf andere Bereiche ummünzen:

  • Es ist immer genug von allem da. Wie bei Lebensmitteln und anderen Ressourcen, geht es weniger um die Menge, als um die Verteilung. Würden wir Möglichkeiten und Ereignisse als Ressourcen sehen, dann könnten wir davon ausgehen, dass es auch davon genug gibt. Wir müssen nur die Enden richtig verbinden – und das ist unsere Aufgabe.
    Davon auszugehen, dass es von allem genug gibt, nimmt doch auch den Stress aus der ganzen Sache, oder? Krampfhaft an einer Vorstellung von Glück oder Erfolg festzuhalten und dabei bestimmte Situationen zu erzwingen, ist möglicherweise nicht der Weg, durch den wir diese Ressourcen empfangen können.
  • Es gibt eine Instanz, die uns alles ermöglicht. In der Analogie gibt es den Briefträger. Dieser bringt uns etwas – alles, was wir uns vorstellen können. Aber ganz egal, ob du den Briefträger als Gott, das Universum oder irgendetwas anderes sehen möchtest – er bringt uns nicht, was er sich vorstellt, sondern was wir uns vorstellen.
    Insofern halte ich es für sehr nebensächlich, wer oder was der Briefträger ist. Wichtig ist doch eigentlich, was wir von ihm wollen und warum. Wenn wir davon ausgehen, dass es irgendeine Instanz gibt, die uns alles ermöglicht, dann fällt es uns vielleicht leichter, an uns selbst zu arbeiten. Wir sind, was überbleibt. Es liegt immer noch an uns, also sorgen wir dafür, dass uns der Briefträger etwas bringt, das wichtig für uns ist.
  • Wir sind nicht präsent. Ich habe schon mehrmals darüber geschrieben, dass wir dazu tendieren, das Leben nicht vollkommen präsent wahrzunehmen. Das bedeutet einerseits, dass wir mit unseren Vorstellungen und Wünschen nicht vollkommen ehrlich und authentisch sind. Andererseits bedeutet es aber auch, dass wir gar nicht in der Lage sind, zu empfangen, was wir uns so sehr wünschen.
    Kennst du nicht auch diese Situationen, in denen du das Gefühl hast, du könntest ein Zeichen oder einen Tipp gut gebrauchen? Du fragst dich, warum dieses oder jenes einfach nicht klappen möchte. Vielleicht erhältst du den Tipp ja schon, bist aber nicht da, um ihn wahrzunehmen. Manchmal ist auch ein Schritt zurück ein Schritt nach vorne. Präsent zu sein heißt nicht, zu grübeln und sich den Kopf zu zerbrechen.

Präsent und empfänglich sein

Aus diesen Punkten kann ich folgende drei Prinzipien ableiten, die uns vielleicht dabei helfen, zu empfangen, was wir erschaffen:

  1. Zuversicht
  2. Vertrauen
  3. Präsenz

Lass es uns doch einfach versuchen. Pflege die Zuversicht, dass es genug von allem gibt. Dass du in der Lage bist, dein eigenes Leben, deine Gegenwart und deine Zukunft zu erschaffen.

Vertraue darauf, dass dir der Briefträger bringt, was du brauchst. Aber nimm auch wahr, dass du die Person bist, die dem Briefträger sagt, was er bringen soll und wohin.

Sei da – im Hier und Jetzt – und empfange das, was dir der Briefträger bringt. Wundere dich nicht, dass niemand bei dir läutet, wenn du nicht zuhause bist.

Was sagst du dazu? Wenn es dir wie mir geht, dann denkst du jetzt an manche Situationen, in denen du vielleicht krampfhaft versucht hast, etwas zu erreichen, obwohl du gar nicht da warst, um es zu empfangen. Ich denke, ein Leben mit mehr Präsenz, Bewusstsein und Vertrauen kann der Schlüssel zu Glück und Erfüllung sein.

Wenn du mehr über Präsenz im Alltag lesen möchtest, kannst du mit diesen Artikeln beginnen:

Artikel von Dominik Radl